Treffen des Saharaforums in Mhamid, 10. – 13. Januar 2012




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Treffen des Saharaforums in Mhamid, 10. – 13. Januar 2012

Beitragvon edith » Mi 11. Jan 2012, 09:14

9.1.
schon für den 9.1. hatte sich ein Paar mit Wohnmobil angekündigt. Aber zuvor musste ich mit Abdou dringend nach Marrakech zum Einkaufen und drängte auf eine rechtzeitige Rückkehr, schon um 5.30 Uhr brachen wir auf. Ich schlummerte so vor mich hin, als ich im Dratal mal die Augen aufmachte, sah ich ein deutsches Wohnmobil, das eben auf einen Parkplatz fuhr. Wir unmittelbar dahinter, ich schrie dem Fahrer zu, stopp und sprang hinaus. Man glaubt es nicht, aber es waren Helga und Werner auf dem Weg nach Mhamid. Die ersten waren schon gefunden. Und sie hatten bereits in Agdz ein weiteres Paar getroffen, das zum Treffen wollte.
Weiter gings durch Zagora, wo am Ortsausgang wieder ein Wohnmobil stand, aus Leipzig. Drinnen ein einzelner Herr, der völlig verzweifelt schien und nur schimpfte. Was wollen eigentlich die vielen Kinder auf der Straße, haben Sie die gesehen? Tja, Schule war aus. Ich hatte den Leipziger in Meski bereits getroffen und ihm einen Aufkleber in die Hand gedrückt. Und nun war er den langen Weg von Merzouga in einem Stück durchgefahren, ich hatte den Eindruck, weil er hier auf eine einzelne Dame zu treffen hoffte. Er war zwar nicht angemeldet, aber ich erklärte ihm den Weg nach Mhamid.
Und tatsächlich war er der erste, der ankam, kurz danach Helga und Werner. In der kurzen Zeit, die wir dann zu einem Tee zusammen saßen (wer hat den bestellt?!), stellte er sich als solcher Kotzbrocken heraus, der das ganze Treffen geschmissen hätte. Alles passte ihm nicht. Warum ist die Straße nur einspurig? In Leipzig sind alle zweispurig. Unglaublich, was da alles noch kam. Trotzdem drückte ich ihm ein Programm in die Hand, sagte, er könne gerne kostenlos vor der Kasbah übernachten und sich überlegen, ob er teilnimmt oder nicht. Wenn er nun schon mal den langen Weg extra wegen mir gekommen war. Daraufhin zog er sich in seine Burg zurück und richtete seine Schüssel aus. Als ich am nächsten Morgen vor dem Haus stand setzte sich plötzlich sein Wohnmobil in Bewegung und er fuhr ohne Abschied davon. Seufz, plumps, ein Problem gelöst. Hamdullilah.

10.1.
Ich wollte noch den Stellplatz Iguidi Tours erkunden, der am Beginn der Wüstenpiste liegt und den mir ein Leser als Tipp geschickt hatte. Also lud ich Helga und Werner ins Auto und wir machten uns auf die Suche. Und wurden fündig. Das ist mal was ganz anderes als die immerhin sehr schönen Campingplätze in Mhamid, das ist echtes Wüstenfeeling. Zu Beginn 2 km holprige Piste, aber kein Sand. Zu fahren von Wohnmobilen, die sich so was zutrauen. Dann kommt man zu einem wirklich bezaubernden Örtchen, umgeben von niedrigen Sanddünen. Eine große, harte Ebene fasst sicher 20 Gefährte, dazu gehört ein gemütliches, liebevoll eingerichtetes Haus, in dem man auch einfach Zimmer mieten kann, sowie eine Biwakanlage, wo man in Zelten schläft. Der Sanitärblock ist gleich beim Stellplatz und sauber gekachelt, das Duschwasser wird mit Holz geheizt. Ganz besonders hat mir aber der herzliche Empfang gefallen. Die Onkel und Neffen sind noch sehr traditionell, nicht westlich verfärbt, kochen den Tee über einem Holzfeuer und sind sehr nett. Ich denke, hier ein paar Tage zu bleiben ermöglicht einen tollen Einblick in das einfache Leben der Menschen. Und die vielen Musikinstrumente ließen auf gemütliche Abende schließen.
Zurück in der Kasbah erstmal Enttäuschung, was, kein anderes Wohnmobil da? Doch als ich sehr genau schaute, stand da das winzige Gefährt von Sabine und Otto. Das soll ein Wohnmobil sein? Aber Sabine zeigte uns stolz das Innere des Peugeots, ja, alles drin, Bett, Küche, Kühlschrank, alles auf kleinstem Raum und funktionell. Natürlich keine Nasszelle.
Als nächstes kam ein Geländewagen mit Luise, Sigrid, Gerhard und … Puh, nun hat mich mein Gedächtnis verlassen. Wir sind zwar dabei, alle Namen zu speichern, aber noch ist nicht alles drin. Und als letzte dann das Wohnmobil, das schon in Adgz gesichtet worden war. Die Truppe war zusammen, rechtzeitig für 15 Uhr, denn da hatte ich eine Überraschung angekündigt.
Jungen und Mädchen wurden getrennt, ich hatte mir das als guten Einstieg gedacht, um sich besser kennenzulernen. Während die Mädels ziemlich schnell rausbekamen, dass es in die Hammam gehen sollte, hatten die Jungs keinen blassen Dunst, was ihnen bevorstand, aber waren für alles bereit. Und als wir dann im Dar Azawad ankamen und sie erfuhren, dass es auf Quads in den großen „Sandkasten“ gehen sollte, da hättet ihr mal sehen sollen, wie ihre Augen geleuchtet haben. Noch keiner hatte so was je gemacht, aber alle hatten es sich insgeheim gewünscht. Leider konnte ich nicht dabei sein und zuschauen, aber als wir abends wieder vereint waren, war klar, das war das Highlight ihrer bisherigen Reise. Ja, Umwelt und so. Alles richtig. Aber einmal sich austoben ist doch auch schön.
Aber auch den Frauen gefiel es in der Hammam. Während die Vierer-Gruppe gerade von einer Hochzeitsfeier in Fes kam und mit der Brautgesellschaft bereits eine traditionelle Hammam besucht hatte, war dies für die anderen neu und auch hier gab es nur Begeisterung.
Zurück in der Kasbah musste ich mal wieder, wie schon den ganzen Tag über, meine Stippvisite in der Küche machen. Mhamid ist nicht unbedingt ein kulinarisches Highlight, und nachdem ich drei Wochen lang immer den gleichen Salat, immer Orangen als Nachtisch bekommen hatte, wollte ich endlich mal ein wenig Pep in die Küche bringen. Mit dem Koch zusammen bereitete ich also verschiedene Salate und einen Obstsalat für den Abend vor, aber der Rest machte der Koch schon selbst. War schön mit ihm zu arbeiten.
Das Essen lief dann erwartungsgemäß gut ab, aber dann kam noch eine weitere Überraschung, eine Musikgruppe, von der selbst ich nichts wusste. Und die ich so auch noch nicht erlebt hatte. Natürlich habe ich schon viele Musikabende in der Wüste erlebt, wo die Trommeln und Kastagnetten gespielt werden, aber hier kamen mit Gesichtsschleier verhüllte Tuareg mit elektrischer Gitarre und Verstärker. Schon ein wenig überraschend. Aber sie haben mich überzeugt. Sie sangen die traditionellen Lieder der blauen Männer in der Berbersprache, die natürlich vom Leben und der Liebe handeln und am Ende hielt es Keinen auf seinem Stuhl.

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Re: Treffen des Saharaforums in Mhamid, 10. – 13. Januar 201

Beitragvon stein1101 » Mi 11. Jan 2012, 14:23

Hallo Edith,

wir sind wieder gut zuhause gelandet und können- wie Du ja weißt- an diesem Treffen nicht teilnehmen.

Unsere weitere Reise nach unserem Treffen verlief traumhaft und wir haben die Zeit in Marokko wieder total genossen.

Jedenfalls hat es mich sehr gefreut, Dich jetzt auch persönlich kennen zu lernen.

Noch alles Gute für das Treffen
Herzliche Grüße aus Linz
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Re: Treffen des Saharaforums in Mhamid, 10. – 13. Januar 201

Beitragvon edith » Do 12. Jan 2012, 10:50

11.1.
Musik, Musik, Musik. Ich glaube, das ist das Hauptmotto dieses Treffens. Aber wir sind ja auch in Mhamid, der Stadt der Sahraouies, der „Blauen Männer“. Hier ist die Musik besonders wichtig. Ich habe in meinem Reisehandbuch geschrieben:
Die Gesänge und die Tänze der Sahraouies drücken ihre Gedanken und Vorstellungen aus, die Hoffnungen der Künstler und ihren Durst nach Freiheit und Unterhaltung. Es gibt fünf Hauptrhythmen und jeder ist die Spiegelung der Seele und des Lebens, der Gefühle von Liebe, von Freuden oder von Leiden, der Arbeit, der Ereignisse und der Umwelt. Ein Rhythmus ist langsam und bedächtig wie der Gang des Dromedars, es gibt einen fröhlichen Rhythmus für Feste und Hochzeiten, melodische Gesänge der Frauen, die allein bei den Zelten zurück geblieben sind…
Doch zunächst ging es mit einem lokalen Führer zu dem ursprünglichen Mhamid, zu der tief im Palmenhain versteckten Kasbah. Dieses Dorf wurde im 16. Jahrhundert von den Aarib, einem Beduinenstamm aus dem Jemen gegründet, sie führten einen lebhaften Karawanenhandel mit den nordafrikanischen und subsaharischen Ländern. Obwohl heute viele Familien in das moderne neue Zentrum diesseits des Dra gezogen sind, wo es Schulen und bessere Versorgung gab, ist der alte Ksar dennoch bewohnt. Wir schlenderten durch die engen, überdachten Gassen und sahen viele Frauen in ihren bunt bestickten, schwarzen Tüchern. Diese Muster stellen meist die Elemente dar, die ihr Lebensinhalt sind, in der Mitte linienförmig angeordnet der Verlauf des Dra mit seinen Oasen, darum gruppiert Symbole für Zelte, Kamele, Sonne und Sterne. Wir besuchten die erstaunlich große, alte Moschee mit einem tiefen Ziehbrunnen. Hier ist sogar ein großer Wasserkessel, in dem im Winter das Wasser zum Waschen vor dem Gebet erhitzt werden konnte. Wir bestiegen das Minarett und konnten bis über den Palmenhain schauen.
Vor dem Dorf spielten die Mädchen (!) Fußball. Sabine gleich hinterher. Zuerst Gekreische und Weglaufen, dann aber verstanden sie und nahmen Sabine in ihr Team auf. Die Jungs holen Wasser in Kanistern zum Tränken des Viehs. Schön, einmal diese ungewöhnliche Arbeitsteilung zu sehen. Am Rande des Dorfplatzes gab es einen kleinen Markt, nur ein Tisch mit Kleidung und ein Gewürzhändler, wo wir natürlich unseren Führer Mohammed nach den verschiedenen Kräutern befragten. Zum Beispiel getrocknete Eukalyptusblätter, die – auf den Kopf gestreut – im heißen Sommer kühlen sollen. Und wir zumindest von hinten ein paar der Frauen in ihrer hübschen, traditionellen Kleidung fotografieren konnten.
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Zurück in unserem Domizil gab es Mittagessen und eine Ruhepause, bevor es dann um 16 Uhr zu Isolde ins Café ging. Die geheime Hoffnung von mir war natürlich: werden so früh schon die Musiker da sein? Denn sie sind ja keine professionelle Band, die von Isolde engagiert werden und für Geld spielen, es ist wirklich ein Treffpunkt der jungen Männer, die nur zu ihrer eigenen Freude spielen. Ich hatte schon mal vorgeschlagen, eine Dose für Trinkgeld aufzustellen, aber Isolde will gerade diesen privaten Charakter erhalten. Zunächst aber gab es den köstlichen Fata-Morgana-Kuchen und einen leckeren Capuccino, dann holten ihr Mitarbeiter Ali und Hafid, sein Freund, die Trommeln und sangen dazu. Und wirklich, es dauerte nur wenige Minuten und schon tröpfelte es von draußen, kam einer nach dem anderen hinein, der die Musik hörte und einfach mitmachen wollte. Selbst unsere Truppe bekam Trommeln in die Hand. Flo, unser Jüngster, schloss sich bald dem Kreis der anderen Musiker an und blieb noch, als wir anderen heimfuhren. Als ich dann Isolde und ihn zum Essen abholte, war bei ihnen an Aufhören noch nicht gedacht, in Formation tanzten sie zu ihren eigenen Trommeln.
Es ging zurück in die Kasbah Sahara Services und dort wurden wir dann von unseren „Tuareg“ vom Abend zuvor erwartet. Die Gruppe war noch größer geworden, hatte nur eine elektrische Gitarre und Tamtams und spielte diesmal andere Gesänge. Und dazu tanzten sie in ihrer weiten Gandora, ein magisches Bild. Wieder hielt es keinen von uns auf seinen Füßen und wir klatschten und tanzten.

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Aber gut, dass wir bei Isolde Kuchen gegessen hatten, denn von Abendessen war noch keine Spur. Dafür Betriebsamkeit in der Küche und sehr merkwürdige Gerätschaften. Auf einem großen Couscoustopf lag zur Beschwerung ein riesiger Felsbrocken, um den Dampf zurück zuhalten. Aber darin kein Couscous, sondern etliche gefüllte Hühner, die im Dampf gegart wurden und danach noch in eine „Kiste“ kamen, dies war eine Art Gasgrill. Und dazu wurden uns dann ganz köstliche Nudeln serviert, dünne, fast Glasnudeln, die mit sehr leckeren, aber undefinierbaren Zutaten, Nüssen?, überstreut waren. Einfach köstlich.
Zufrieden, müde, satt und glücklich ließen wir den Tag ausklingen. Ich glaube, ich kann nie wieder ein solches Treffen organisieren, denn schon diese ersten beiden Tage werden nicht mehr zu toppen sein. Dank an Abdou, dem Chef von Sahara Services und vor allem an unsere supernetten Teilnehmer.
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Re: Treffen des Saharaforums in Mhamid, 10. – 13. Januar 201

Beitragvon edith » Sa 14. Jan 2012, 10:01

12.1.
Nach dem Frühstück warteten die Geländewagen auf uns – oder eher wir auf die Geländewagen? Wie auch immer, früher oder später, marokkanische Zeit eben, ging es los. Das heutige Ziel sollte die Nomadenschule sein. Auf holpriger Piste ging es durch die verschiedenen Formen der Wüste, flache Kieswüste, niedrige Dünchen, die Attraktion für die Kamele ist zur Zeit ein riesiges Ruccolafeld, hier fressen sie sich an den saftigen Blättern satt. Und Isolde erntete auch gleich einen Arm voll für ihr Abendessen. Da es schon auf Mittag zuging war die erste Station eine kleine Oase mit frischer, klarer Quelle. Hier wohnt eine Nomadenfamilie mit kleinen Kindern und einige Tourveranstalter haben hier eine Station zum Mittagessen eingerichtet, mit kleiner Küche und schattigen Sitzgelegenheiten. Und zwei hungrigen Katzen und einem Hund. Otto opferte eine Dose Ölsardinen als Vorspeise, denn ihr lautes Miauen war kaum auszuhalten. Nur der Hund war ganz lieb und geduldig, von ihm gab es kein Knurren oder Bellen. Sein Glück, denn ich hätte mich sonst von ihm ferngehalten, aber so entriss ich allen Essern die Knochen, bevor sie den letzten Bissen abnagen konnten. Es gab gegrilltes Hühnchen und leckeren Salat.
Weiter zur Nomadenschule. Die ist in einem Häuschen aus losen Felssteinen untergebracht, aber die Lehrer waren ausgeflogen. Den Unabhängigkeitstag haben sie genutzt, um eine Woche Urlaub zu machen. Naja, wir konnten zumindest die Bänke sehen, die zusammengeschoben am Rand standen. Verstreut leben hier etwa 30 Nomadenfamilien, deren Kinder hier zur Schule gehen und zumindest etwas schreiben und lesen lernen. Eine Familie wohnt gleich nebenan und lud uns dann zum Tee ein. Ein Zelt dient sozusagen als Wohnzimmer, dort nahmen wir Platz und der Hausherr kochte Tee. Seine zwei Frauen wohnen jede in einem runden Felssteinhäuschen, es besteht nur aus einem Raum, der auch für die jeweiligen Kinder reichen muss. Die eine Frau war etwas älter, ihre Kinder nicht da, da sie sie die Tiere in der Wüste hüten mussten. Die Familie hat 30 Ziegen und 10 Kamele, letztere stehen am Erg Chegaga für die Kamelritte der Touristen bereit. Die zweite, jüngere Frau hatte vier kleine Kinder. Und dann gab es noch ein Häuschen für die Küche, dort hat sie uns ein ganz leckeres, gefülltes Fladenbrot gebacken.
Wir wären gerne noch länger geblieben und hätten dem Alltagsleben der Familie zugeschaut, aber der Sonnenuntergang war nicht mehr in weiter Ferne und den wollten wir doch bei den mächtigen Dünen von Chegaga erleben.
Dort ging es sofort auf die Kamele in den Spätnachmittag hinein. Isolde und ich blieben zurück und deshalb kann ich darüber nichts berichten. Wir tranken – endlich mal wieder – Tee. Nachdem die Sonne hinter dem Horizont verschwunden war kamen die anderen zurück. Jeder bekam sein Zelt zugeteilt, wir waren im Luxusbiwak, das heißt, gemütlich eingerichtete Zelte mit Licht und eigenem Bad. Dusche, Chemieklo, alles da. Wenn es nur nicht so kalt wäre. Nach Sonnenuntergang wird es im Winter doch eisig kalt und man scheut sich ein wenig, sich auszuziehen. Lieber einen warmen Trainingsanzug an und die Dusche auf den nächsten Tag verschieben.
Dann wurde ein Feuerchen gemacht, um den Sand zu erhitzen, denn es sollte ein Brot im Sand gebacken werden. Das ist bei den Nomaden nicht nur eine Notwendigkeit, sondern ein geselliges Erlebnis. Sie sitzen ums Feuer, erzählen Geschichten und spielen die Tamtam. So wurde auch für uns Musik gemacht. Und auch das Abendessen, das dann folgte war sehr lecker. Es gab nach einer wärmenden Suppe Tajine mit Rindfleisch und Pflaumen und dazu einen ganz leckeren Couscous. Und danach gings ans große Lagerfeuer.

13.1.
Weckruf um 7 Uhr, denn schließlich wollte ja keiner den Sonnenaufgang versäumen. Das Frühstück danach war für ein Wüstenlager wirklich nicht schlecht, es gab frische in Schmalz gebackene Beignets. Gerhard mit seiner Familie verabschiedete sich hier von uns, er war ja mit einem Geländewagen gekommen und hatte Chegaga auf seinen eigenen vier Reifen erreicht. Er fuhr nun weiter durch die Wüste über den Lac Iriki nach Foum Zguid und zurück nach Marrakech.
Wir anderen waren schon um 10 Uhr wieder zurück in Mhamid, wo jeder sogleich unter die Dusche sprang. Dann fuhren wir noch zusammen nach Ouled Driss. Dort gibt es eine sehr rührige Organisation, die auch von Isolde vom Café Fata Morgana unterstützt wird, die sich um die Entwicklung des Dorfes kümmert. Sie haben einen sehr schönen Kindergarten aufgebaut, eine Bibliothek, haben den alten Ksar teilweise restauriert und dort ein Museum eingerichtet. Ein typisches Wohnhaus zeigt die unterschiedlichen Gerätschaften, die man im und um das Haus benötigt, als Abschluss gibt es einen Tee. Durchaus sehenswert.
Danach gings ans Abschiednehmen. Das fiel nicht ganz leicht, denn die Gruppe hatte sich sehr gut verstanden. Und dennoch, ich glaube, nach so vielen verschiedenartigen Eindrücken in der kurzen Zeit muss nun jeder erstmal ein wenig Ruhe haben, um all das zu verdauen. Und im Juli wollen wir uns dann im Odenwald treffen!
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Re: Treffen des Saharaforums in Mhamid, 10. – 13. Januar 201

Beitragvon edith » Sa 14. Jan 2012, 14:53

Lieber Sepp,
wie du auf den Fotos siehst waren alle warm eingepackt. Außerdem kann man sich ja gegenseitig wärmen. Darauf musstest du ja leider verzichten.
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Re: Treffen des Saharaforums in Mhamid, 10. – 13. Januar 201

Beitragvon Lele » Sa 14. Jan 2012, 18:13

edith, dein bericht macht richtig lust auf marokko.
ich bedanke mich auch für die tollen bilder, die das gesschriebene untermalen.
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Re: Treffen des Saharaforums in Mhamid, 10. – 13. Januar 201

Beitragvon dag47615 » Sa 14. Jan 2012, 18:36

Hallo Edith und co.

interessiert lesen wir Deine Berichte aus Mhamid und lesen im Text und sehen auch auf den Fotos hin und wieder Helga und Werner, die wir voriges Jahr in El Jadida kennenlernten. Auf diesem Weg liebe Grüsse an die Beiden.
Vielleicht sehen wir uns ja noch, denn wir fahren am 25.1.2012 hier (Wiehl NRW) los.

Heidi & Gerd A. Schumacher
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Re: Treffen des Saharaforums in Mhamid, 10. – 13. Januar 201

Beitragvon edith » So 15. Jan 2012, 00:58

Helga und Werner sind noch in Mhamid, ich aber nicht mehr.

Und hier ist nun das Video zum Treffen, alles ist aber nicht drauf:
http://youtu.be/b5pmbE_xbRo
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Re: Treffen des Saharaforums in Mhamid, 10. – 13. Januar 201

Beitragvon willi » So 15. Jan 2012, 13:58

Einen wunderschönen guten Tag Edith,
ich habe deine Berichte mit angehaltenem Atem gelesen. In meinen kühnsten Träumen hätte ich mir nicht vorstellen können, was ihr erlebt hat. Ich bin fest davon überzeugt, dass ich etwas wesentliches im meinem Leben versäumt habe. Dieses kannst du auch nicht mehr Toppen, wie du es ja schon selbst beschreibst. Mit doch (fremden) lieben Menschen so etwas zu erleben, ist schon außergewöhnlich. Besonders die Musik, dies ist doch ein ganz anderes Flair, diese Rhythmik und diesen Sound hautnah mit zu erleben zu dürfen.
Ich freue mich natürlich darüber, dass ich dies, zu mindestens als Leser, ein wenig nacherleben darf. Liebe Edith vielen Dank! - für deine lebendige Schilderung des Treffen in Mhamid, so konnte ich ein wenig meinem doch bescheidenen Horizont ein wenig erweitern.

Lb Grüße

Willi :D :D
willi
 
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Re: Treffen des Saharaforums in Mhamid, 10. – 13. Januar 201

Beitragvon edith » So 15. Jan 2012, 17:07

Hallo Willi,
ganz lieben Dank für deine lieben Worte. Ich bin bereits dabei, etwas für das nächste Jahr auszutüfteln, es wird anders werden, aber wieder sehr interessant. Infos ab August im Forum.
Und ich würde mich freuen, wenn auch meine lieben Teilnehmer mal etwas schreiben, aber ich fürchte, die sind einfach noch erschöpft ;)
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