Eine Reise in vergangene Zeiten




Eine Reise in vergangene Zeiten

Beitragvon Wolfgang » Fr 6. Okt 2017, 21:52

Liebe Forumsmitglieder,

wer einmal im Süden Libyens im Murzuk war, wird es nie vergessen und vielleicht so wie ich immer davon träumen, nochmal dorthin zu fahren. Nur leider werde ich es wohl nicht mehr schaffen.

Im Internet habe ich einen interessanten Film gefunden über eine Reise in ein Gebiet, wo das Leben vor vielen Jahren anders aussah...lasst euch überraschen.

https://www.youtube.com/watch?v=1G43zKpLKZQ

Übrigens haben wir 2009 eine unvergessliche Tour in fast dem gleichen Gebiet gemacht.

An diesem Morgen hatte es geregnet - das passiert dort alle paar Jahre mal - und das mitten in den Dünen, ca. 100 km in jede Richtung nichts als Dünen...

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an den Mandaraseen

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Ab hier fuhren wir eine "Abfahrt" in den Dünen, kilometerlang...

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Der Virus Africanus hat schon so manchen erwischt. Auch nach mehreren und immer wieder kehrenden Besuchen des Kontinents bin ich immer noch genauso infiziert wie am Anfang. So sehr ich es auch versuche: ich krieg ihn nicht los!!! ;)

Viele Grüße
Wolfgang
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von Anzeige » Fr 6. Okt 2017, 21:52

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Re: Eine Reise in vergangene Zeiten

Beitragvon Delphin » Sa 7. Okt 2017, 13:10

Hallo Wolfgang,
erst mal danke für deine vielen tollen Berichte und Erlebnisse die du hier einstellst. Für mich ist es immer weder ein Traum sie zu lesen.
Ich beneide dich für die tollen Erlebnisse und Eindrücke die du schon hinter dir hast. Weißt ja, wenn man ein alter " Knochen " und auch nicht mehr fit ist,
stellen einen solche tolle Erlebnisse und Berichte wenn man sie liest, wieder richtig auf.
Danke
Grüße
Delphin
 
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Re: Eine Reise in vergangene Zeiten

Beitragvon Wolfgang » Sa 7. Okt 2017, 13:50

Hallo Delphin,

soll ich einen kleinen Reisebericht über die Tour schreiben?
Der Virus Africanus hat schon so manchen erwischt. Auch nach mehreren und immer wieder kehrenden Besuchen des Kontinents bin ich immer noch genauso infiziert wie am Anfang. So sehr ich es auch versuche: ich krieg ihn nicht los!!! ;)

Viele Grüße
Wolfgang
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Re: Eine Reise in vergangene Zeiten

Beitragvon Delphin » Sa 7. Okt 2017, 17:25

Was ist das für eine Frage. Nichts wie her damit.
Im Voraus besten Dank

Grüße
Delphin
 
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Re: Eine Reise in vergangene Zeiten

Beitragvon kmfrank » Sa 7. Okt 2017, 20:49

Wolfgang hat geschrieben:soll ich einen kleinen Reisebericht über die Tour schreiben?


Ja, bitte Wolfgang
Liebe Grüße
Michael
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Re: Eine Reise in vergangene Zeiten

Beitragvon Wolfgang » Mo 9. Okt 2017, 03:53

Also dann mal los:

im Frühjahr 2009 habe ich als Teilnehmer bei einem Reiseveranstalter an einer traumhaften Endurotour teilgenommen: Libyen!!! Damals gab es noch den Herrn Gaddafi - und es herrschte Ordnung, wenn auch eine andere als die die wir für gut halten. Wenn man aber sieht was jetzt dort los ist! Und der Plan einiger Leute sich das ÖL und Gas Libyens unter den Nagel zu reißen, ging wohl auch voll in die Hosen.

Auf jeden Fall sind wir bis Tripolis geflogen und haben uns dort einen Tag lang die Stadt angeschaut. Das Ganze mit einem deutschsprachigen Führer. Tripolis war total herunter gekommen, nichts wurde renoviert aber manches gebaut. Es gab in der Nähe der Küste einen Wohnmobilstellplatz!!! und dort waren auch einige Franzosen, sogar mit kleinem Hündchen. Der Stellplatz war sehr zentral und nicht eingezäunt. Anscheinend war es damals wirklich einigermaßen sicher.

Als nicht so sehr an Geschichte interessierter Mensch fand ich den Tag eher vergeudet. Trotzdem hatten wir das Glück oder Pech an irgendeinem Feiertag dort gewesen zu sein. Ganz Tripolis war verstopft mit Gläubigen, die viel gebetet haben.

Im Laufe des Tages haben die Libyer ihren Müll auf die Straße geworfen. Am frühen Morgen kamen dann schwarze Arbeiter oder Sklaven oder "Ausreisewillige in Richtung Europa" und haben den Dreck verräumt.

Wir sind dann weiter geflogen nach Sabha. Während des Fluges hat man große grüne Kreise am Boden gesehen. Das waren angeblich Felder die Herr Gaddafi anlegen lies.

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Das war so ungefähr unsere Route (in grün): wir sind zuerst nach Süden losgefahren. Nach Ghat durften wir nicht. Ich weiß aber nicht warum. Als Begleitung hatten wir auch dieses Mal einen deutschsprachigen Guide, einen Fahrer mit Auto und einen Polizisten.

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Übernachtet haben wir in der Gegend von Sabha auf einem schönen Campingplatz, ich kleinen Hütten mit Betten, jedoch ohne Matratzen.

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Und dann gings endlich los mit den Motorrädern. Der Mensch mit der schwarzen Jacke, der auf sein Leihmotorrad schaut, bin ich.

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Zuerst hielten wir noch an einem ehemaligen Gefängnis und einer Burg, deren Name ich leider nicht weiß.

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Dann endlich: Dünen!!!

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So hohe Dünen hatte ich noch nie gesehen, geschweige denn mit dem Motorrad befahren! Es war irgendwie wie ein Traum, der 10 Tage lang anhielt - und so ging es den meisten von uns. Wir haben fast jede Nacht in den Dünen Biwak gemacht und dann am nächsten Tag gings weiter im Sand - Düne hochheizen, Düne langsam wieder runter....

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So, kleine Pause....
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Re: Eine Reise in vergangene Zeiten

Beitragvon Delphin » Mo 9. Okt 2017, 07:54

Hallo Wolfgang,

danke und weiter so, bin schon neugierig !!!

Grüße
Delphin
 
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Re: Eine Reise in vergangene Zeiten

Beitragvon Lele » Mo 9. Okt 2017, 16:05

S T O P
macht a bisserl platz,
ich möchte den Reisebericht auch in vorderster Reihe lesen und Bilder sehen !
Lele
 
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Re: Eine Reise in vergangene Zeiten

Beitragvon Wolfgang » Di 10. Okt 2017, 13:31

Der Mond ist aufgegangen – riesengroß

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Die Karawane zieht weiter in Richtung Westen. Richtung algerische Grenze nach Ghat war geplant. Aber das hatte man uns verboten. Trotzdem sahen wir beeindruckende Felsgebilde, vom Wind und Sand geprägt.

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Bei diesem Torbogen machten wir Biwak. Am Abend und in der Nacht fuhren die Schmuggler aus Algerien und nach Algerien an uns vorbei. Soviel zu dem Schild: protected by law.

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Und dann hatte ich auf meinem Schlafplatz unter dem freien Himmel Besuch:

Natürlich habe ich fest geschlafen und nichts mitgekriegt. Auf jeden Fall war es eine große Katze; welches Tier es war weiß ich bis heute nicht.

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Felsmalereien findet man in dieser Gegend überall.

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Und kam der Beweis, dass die ersten Endurofahrer aus Libyen waren, vor tausenden Jahren:

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Immer wieder diese herrlichen Sandberge…

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Jeder ältere Herr hält gerne ein Nickerchen am Mittag:

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Und dann war´s passiert: der Libyer wollte auch mal Rallye DAKAR fahren, hat aber vergessen, dass er 300 PS weniger hat und hinten drauf 500 l Sprit!!! Das Ganze ging ziemlich glimpflich aus; eine kleine Verletzung an der Hand des Polizisten und eine kaputte Windschutzscheibe. Der Rest spielt in Libyen keine Rolle. Das Auto war ruckzuck wieder umgedreht und sprang (eben ein Toyota!!!) auch gleich wieder an.

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Biwak dieses Mal mit Palmen und einem Sandsturm. Vorher hatte mich der libysche Führer inständig gebeten heute mit Zelt zu schlafen. Es gäbe soviele Schlangen hier. Ihm zuliebe habe ich dann mein Zelt aufgebaut. Ich denke oft an ihn und hoffe, dass er in den Kriegswirren und dem ganzen Scheiß hinterher überlebt hat. Er ist wirklich ein sehr zuvorkommender, freundlicher Mensch. Die restlichen Libyer waren eher uns gegenüber gleichgültig. Wir haben sie nicht interessiert. Etwas westlicher in Algerien war das 2008 anders. Dort haben wir fast ausschließlich freundliche, aufgeschlossene Menschen getroffen.

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Das ist der Campingplatz, den wir als Ausgangspunkt für die Fahrten zu den Mandaraseen genutzt haben. Von dort aus war es ca. 1 Stunde bis zu den Seen. Diese Seen haben ja meistens Süßwasser und werden von Quellen gespeist, hat man uns jedenfalls erzählt. In einem See sollte es gefährliche Schlangen geben, so dass dort keiner baden ging. In einem anderen See badeten 2 Leute von uns und waren hinterher salzverkrustet. Das ist zwar gesund, aber mit Süßwasser scheint mir das nicht viel zu tun zu haben. Die Seen selber sind schon eine einmalige Angelegenheit. Sie liegen auch mitten in der Dünenwüste.

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Wehmut kam langsam auf, wir ahnten, dass wir bald am Ende der Tour waren, aber auch eine riesige Freude über das Erlebte.

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Die Punkte auf dem Bild sind Motorräder. Ich weiß nicht wie hoch so eine Düne ist, wenn man oben steht ist es auf jeden Fall weit bis unten…..

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Die Reise war so gut wie zu Ende…..

Wir mussten noch ein bisschen Propaganda über uns ergehen lassen, wurden gefilmt und besuchten ein Bildungszentrum. Davon habe ich leider keine Fotos. Auf jeden Fall waren dort Jungen und Mädchen, sie hatten Emailadressen und waren alle gut gekleidet und ordentlich. Das Ganze war in Sabha. Sabha war eine saubere, ordentliche und friedliche Stadt. Es waren keine Agressionen zu spüren oder sonst irgendwas. Ich schreibe das deswegen, weil ich nach der Tour einen Film über Sabha gesehen habe, in dem alles was ich gesehen hatte, verdreht wurde. Auch waren Filmaufnahmen dabei, die sicher nicht von dort waren. Ich hatte so den Verdacht, dass man uns Libyen als ausnahmslos schrecklich verkaufen wollte um eine Rechtfertigung zu bekommen, Herrn Gaddafi ins Jenseits zu befördern.

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Wehmut kam langsam auf, aber auch eine riesige Freude über das Erlebte.

Eigentlich wollten wir bald wieder kommen......

Das war mein kleiner Bericht. Vielen Dank fürs "Zuhören"

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Re: Eine Reise in vergangene Zeiten

Beitragvon Delphin » Di 10. Okt 2017, 14:37

Hallo Wolfgang,
ich beneide dich. Leider habe ich solch tolle Dinge nicht erlebt und leider werde ich sie auch nicht mehr erleben. Jammerschade !!!
Wenn man deine Bilder ansieht fängt man automatisch an zu träumen. Einfach einzigartig.
Vielen Dank für deine Mühen und dass du uns mit auf die Reise genommen hast.

Grüße
Delphin
 
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