Beachten Sie die Polisario.




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Beitragvon and123 » Mi 5. Apr 2017, 19:48

Zum Zeitpunkt der Rückkehr von Mauretanien nach Marokko, hatten wir vor ein paar Tagen, eine unangenehme Begegnung mit „Terroristen mit der Polisario“.
Ich weiß nicht, wie sonst Menschen zu nennen, die zivilen Touristen angreifen? Dieses Verhalten wird bereits von UN-Soldaten akzeptiert.
Das beigefügte Video des Vorfalls auf einer „Pufferzone “.

https://www.youtube.com/channel/UCrQ8YX ... 1AGqHq9QhA



Gruß

and123
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von Anzeige » Mi 5. Apr 2017, 19:48

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Re: Beachten Sie die Polisario.

Beitragvon Wolfgang » Sa 8. Apr 2017, 07:41

Terroristen ist wohl das richtige Wort für so ein Verhalten. Haben sie euch mit Waffen bedroht? Habt ihr dieses Video an eure Regierung weiter geleitet?
Der Virus Africanus hat schon so manchen erwischt. Auch nach mehreren und immer wieder kehrenden Besuchen des Kontinents bin ich immer noch genauso infiziert wie am Anfang. So sehr ich es auch versuche: ich krieg ihn nicht los!!! ;)

Viele Grüße
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Re: Beachten Sie die Polisario.

Beitragvon and123 » Sa 8. Apr 2017, 17:23

Hallo,
Waffen in der Polisario nicht gesehen. Wir waren gerade teure Autos und Gürtel um seine Hand gewickelt.
Wir haben das Zeugnis von der marokkanischen Seite zusammen. Aber die Veranstaltung war nicht auf ihrem Territorium.
Die Vereinten Nationen gegründet, um die Zone der Gesetzlosigkeit.

Andrzej
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Re: Beachten Sie die Polisario.

Beitragvon Thomas » So 9. Apr 2017, 16:37

Hallo Andrzej,

ist ja interessant aber als Terroristen würde ich die Leute nicht bezeichnen, die Euch nicht mit Waffen bedroht haben sondern nur ( aus ihrer Sicht) ihr Hoheitsgebiet kontrolieren wollen.

Wo ist das denn passiert?
Sicherlich nicht auf befestigten, gebräuchlichen Durchfahrtsstraßen.?
Beste Grüße,

Thomas

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Re: Beachten Sie die Polisario

Beitragvon Jürgen60 » Mi 31. Mai 2017, 18:40

Das Auswärtige Amt rät von Reisen in die Westsahara dringend ab! Wenn man trotzdem fährt, sollte man sich informieren und nicht im Nachhinein andere Reisende desinformieren. Die Westsahara ist zum größten Teil völkerrechtswidrig von Marokko besetzt. Das Niemandsland ist nach dem Verständnis der Polisario Teil der befreiten Zone und des Staates Demokratische Arabische Republik Sahara, der auch Mitglied der Afrikanischen Union ist. Im Prinzip ist man also in der Westsahara in einem Kriegsgebiet unterwegs, in dem seit 1991 nur ein Waffenstillstand herrscht. Angesichts der Bemühungen Marokkos, rechtswidrig vollendete Tatsachen im "Niemandsland" zu schaffen, stand es Ende Februar kurz vor einem Krieg. Wenn man dann in einer solch aufgeladenen Situation vom Militär der DARS kontrolliert wird und wegen eines provozierenden Buttons gefilzt wird, darf man sich nicht wundern. Angesichts der gerade geschilderten Situation in der Region kann ich im Video nichts Empoerendes entdecken, nicht Mal einen Terroristen.
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Re: Beachten Sie die Polisario.

Beitragvon Wolfgang » Do 1. Jun 2017, 23:35

Hallo Jürgen,

warst du schon mal in der Westsahara unterwegs? Was du schreibst entspricht überhaupt nicht meinen Beobachtungen. Es gibt dort nichts, was auch nur andeutungsweise an die Polisario oder einen Phantasiestaat mit Namens Demokratische Arabische Republik Sahara erinnert. Wenn es diesen Staat wirklich gäbe, frage ich mich, warum man im Niemandsland nicht einmal "Ordnung" geschaffen hat? Ich habe selber gesehen, wie dubiose Typen Sachen aus Fahrzeugen die aus dem Süden kamen in andere umgeladen haben. Das hat sehr stark nach Rauschgiftschmuggel oder Waffenschmuggel ausgesehen. Ganz bestimmt haben sie keine "normalen" Dinge umgeladen. Für mich waren diese Verhältnisse im Niemandsland eher Gesetzlosigkeit, Rauschgifthandel und all der Dreck, den Leute verursachen, die anstatt zu arbeiten lieber mit einem Gewehr in der Hand herumstehen und nichts machen (außer Frauen vergewaltigen und morden).

Der Button den die Wohnmobilfahrer hatten war nur eine Landkarte, auf der sie anzeigten, wo sie hinfahren. Was ist daran provozierend? Die rechtswidrig vollendeten Tatsachen die du nennst sind eine Teerstraße für die Durchfahrt zu bauen, die schon lange nötig war und alle anderen glücklich macht. Außerdem haben die Marokkaner den ganzen Müll weggeräumt. Ist das schlimm? Das hätte die Polisario schon lange machen können.

Ob es nun 1991 richtig war oder nicht, dass Marokko die Westsahara eingegliedert (oder annektiert) hat, weiß ich nicht. Aber das ist 26 Jahre her und seitdem hat Marokko dieses Land so verändert, dass es vielen dem Anschein nach gut geht. Als ich die Herrschaften der Polisario hautnah im Niemandsland vor ein paar Monaten erlebt habe, dachte ich, dass diese noch im Mittelalter leben. Vom marokkanischen Staatsfeind Algerien unterstützt standen sie wie Idioten vor einer Steinmauer und haben auf mich geschaut. Warum? Glaubten sie wirklich, dass ich wo anders hinfahre als nach Mauretanien?

Noch ein Wort zum Auswärtigen Amt: Wenn du schon einmal mit diesen Leuten zu tun hattest, wirst du wissen, dass sie sich nach allen Seiten hin absichern. Eigentlich müssten sie auch von Reisen nach Franken abraten. Franken wurde auch aus Sicht vieler Menschen rechtswidrig von Bayern annektiert; die wertvollen Kunstgegenstände nach München geschafft.... Spaß beiseite: das Auswärtige Amt sichert sich mindestens 100 % Prozent ab; ich weiß nur auch nicht so genau - wofür.

Also überleg es dir nochmal, ob du für diese faulen Nichtstuer der Polisario Partei ergreifst, ich würde es nicht tun....



Hallo Thomas, du hast gefragt, wo das passiert ist: das ist auf der neuen geteerten Straße durch das Niemandsland passiert. Jedenfalls sieht es danach aus.
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Re: Beachten Sie die Polisario.

Beitragvon and123 » Fr 2. Jun 2017, 00:29

Hallo,
es ist leicht zu schreiben, wenn vor einem Computer bequem von zu Hause.
Allerdings fahren besser Kandahar mehrmals .
Fahren Sie durch diesen Bereich, den Sie benötigen, wenn Sie eine Reise in Afrika zu planen.
Es gibt keinen anderen Weg.

Orientierung: 21,345305° -16,951890°

Best regards
Andrzej
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Re: Beachten Sie die Polisario.

Beitragvon Thomas » So 4. Jun 2017, 21:36

Hallo.

Zur Zugehörigkeit der Westsahara zu Marokko möchte ich nachfolgend die Ausführung des deutschen Rechtswissenschaftlers Dr. Clemens Amelunxen veröffentlichen:



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Zur rechtsgeschichtliche Entwicklung der Westsahara im Spiegel der marokkanischen Geschichte

Unter der “Westsahara” ist hier das Gebiet der früherenspanischen Kolonie “Sahara Occidental” (Sagya-al-Giya und Rio de Oro) zu verstehen, das heute in vier marokkanische Provinzen gegliedert ist. Es erstreckt sich als langer Schlauch an der Atlantikküste von Tarfaya über Kap Bojador bis Nouadibou. Im Norden stößt es an das marokkanische Kernland, im Süden an Mauretanien und im Osten an Algerien. Die Landgrenzen verlaufen eher willkürlich - als Erbschaft des Kolonialzeitalters, wie auch bei anderen afrikanischen Territorien - teils gezackt, teils linear abgeknickt quer durch die Wüste.
Die Westsahara umfaßt 273.000 Quadratkilometer. In dem sonst unfruchtbaren Gebiet gibt es reiche Phosphat- und andere Mineralvorkommen; auch ist die Küstenfischerei eine wichtige Erwerbs- und Ausfuhrquelle. Bei der letzten spanischen Volkszählung von 1974 waren 70.000, meist nomadisierende Einwohner zu verzeichnen. Diese Zahl ist auf über 200.000 angestiegen - zurückzuführen auf Seßhaftmachung, natürliche Vermehrung durch Sozial- und
Gesundheitsmaßnahmen der marokkanischen Regierung sowie Rückkehr von Flüchtlingen, die vor der spanischen Fremdherrschaft geflohen waren. Als größere ortsfeste Siedlungen sind nur die Provinzhauptstädte Al Aiun (Laayoune), Boujdour, Smara und Dakhla (früher spanisch: Villa Cisneros) zu nennen. Al Aiun ist auch der Sitz des marokkanischen Appellationsgerichts für die saharischen Provinzen.
Bis zum Beginn des Kolonialzeitalters gehörte die Westsahara - ebenso wie der saharische Westen der heutigen Republik Algerien und das gesamte Gebiet der heutigen Republik Mauretanien - unstreitig zu Marokko, dessen Südgrenze damals am Senegal-Fluß lag. Das stand auch später nicht nur auf dem Papier. Die marokkanische Herrschaft wurde auch faktisch ausgeübt. Die Sultane ernannten Kaids
(Verwaltungsbeamte) und Kadis (Richter) für die Westsahara, stationierten fallweise dort Militär, erteilten Anweisungen und erhielten Berichte. Dafür gibt es bis heute eine Vielzahl urkundlicher Beweise. Im 17. und 19. Jahrhundert haben marokkanische Sultane (Moulay Ismael und Moulay Hassan)
die saharischen Gebiete sogar persönlich bereist und inspiziert. Die legitime Herrschaft der Sultane in der Westsaharagründete sich - und beruht auch heute noch - auf der “Baya”,dem Huldigungseid der einheimischen Bevölkerung. Nach islamischem Rechtsverständnis ist die “Baya” nicht nur eine
religiöse Zeremonie, mit der ein Sultan als “Führer der Gläubigen” anerkannt wird, sondern auch ein juristisches Gelöbnis, durch das weltlich-staatlicher Gehorsam versprochen wird. Diese Doppelbedeutung der “Baya” gemäß der Scharia-Auslegung ist in Europa vielfach verkannt worden, indem man sie auf ihre geistlich-theologische Funktion verkürzte. Tatsächlich haben die westsaharischen Volksstämme den marokkanischen Sultanen kontinuierlich die Baya” geleistet und sich damit als Untertanen deren Souveränität unterstellt.

An dieser Rechtslage änderte sich nichts, als die europäschen Mächte, hier vor allem Frankreich und Spanien, sich um die Herrschaftsgebiete in Nord- und Westafrika bemühten. DieSultane erteilten ausländischen Wirtschaftsagenten, Fischernund Händlern zwar gewisse Nutzungs- und Niederlassungsrechte an der westsaharischen Küste, traten aber keineswegs die eigene Territorialhoheit an fremde Mächte ab. In marokkanischen Handelsverträgen mit den USA
(1786) und Großbritannien (1856) wurde die Souveränität derSultane über die Westsahara ausdrücklich von den beteiligtenStaaten anerkannt.
Selbst in einem Geheimabkommen von 1904 zwischen Frankreich und Spanien, in dem beide Staaten “Einflußzonen” in Marokko vereinbarten und die Westsahara Spanienzuwiesen, war festgehalten, daß die “Integrität Marokkos unter
der Souveränität des Sultans” respektiert werden sollte. Übrigens hat Marokko diesen Vertrag, der ohne seine Beteiligung zu seinen Lasten von Dritten geschlossen wurde(“res inter alios acta”) niemals als für sich verbindlichbetrachtet. Da aber die Macht der Sultane damals durch Stammesfehden geschwächt und der Staat inzwischen schon auf allen Landseiten von französischen Kolonien umgeben war, so konnte man sich praktisch kaum gegen die schwerwiegenden Folgen des französisch-spanischen Einvernehmens und Zusammenwirkens zur Wehr setzen.

Diese Folgen traten ein, als Sultan Moulay Hafid die Akte von Algeciras (1906) und dann den Vertrag von Fes ( 1912) unterschreiben mußte. Die Inhalte sind bekannt: Die StadtTanger wurde internationaler Verwaltung unterstellt; der mittelmeerische Küstenstreifen des Rif, die Stadt Ifni und die
Provinz Tarfaya wurden spanische Schutzgebiete, und das gesamte übrige Sultanat hatte sich dem französischen Protektorat zu unterwerfen.
Auf der Grundlage dieser Machtverteilung konnten Frankreich und Spanien nun, noch im Jahr 1912, einen glatten Völkerrechtsbruch begehen. Sie vereinbarten, daß die Westsahara als Kolonie an Spanien fallen sollte. Das war ein Verstoß nicht nur gegen international anerkannte Regeln des “jus gentium”, sondern auch gegen den französisch-marokkanischen Protektoratsvertrag. Denn die Westsahara
gehörte nach wie vor zu Marokko, das zwar seine Souveränität verloren hatte, aber doch ein autonomer Staat geblieben war und dem französisch-spanischen Abkommen keineswegs zustimmte, auch diesmal überhaupt nicht konsultiert worden war. Frankreich aber konnte als bloßer Protektor Marokkos
nicht mehr Rechte übertragen als ihm selbst zustanden. Es hatte durchaus nicht die Befugnis, einen Teil des von ihm
protegierten, weiterhin als Völkerrechtssubjekt bestehenden Staates an einen Drittstaat, schlicht “abzutreten”.
Die Proteste des Sultans blieben ohnmächtig, und diefolgenden Jahrzehnte erlebte die Westsahara in kolonialer Abhängigkeit von Spanien - das für die Entwicklung des Territoriums so gut wie nichts leistete, selbst die Verwaltung von den vorgelagerten Kanarischen Inseln aus betrieb, und das
Gebiet eigentlich nur als Pufferzone zum Schutz dieser Inselgruppe betrachtete. Die “Baya”, die den marokkanischen
Sultanen wiederholt insgeheim dargeboten wurde, galt nun als Hochverrat gegen die Kolonialmacht, und in den Jahren der Franco-Ära flüchteten tausende Saharauis nach Marokko, das sie als ihr Vaterland ansahen.

Internationaler Schiedsspruch
Erst 1955, nach der triumphalen Heimkehr des Sultans Sidi Mohammed V. aus dem französischen Exil, begann sich das
Blatt zu wenden. Der Protektoratsvertrag von Fes wurde einvernehmlich aufgehoben. Marokko war wieder ein souveräner Staat geworden. Das spanische Protektorat im Norden wurde beseitigt, das internationalisierte Tanger kehrte ebenfalls in den Heimatstaat zurück.1958 folgte die Provinz
Tarfaya und 1969 die Stadt Ifni am Atlantik. König Hassan II. setzte die legitime Rückgewinnungspolitik seines Vaters erfolgreich fort.
Unerlöst blieb vorerst nur die Westsahara, aber Marokko war hartnäckig bei der Verfolgung seiner traditionellen Ansprüche gegen Spanien. Die Verhandlungen vor der UNO führten zu einer (von Spanien provozierten) höchstrichterlichen Entscheidung. Der Internationale Gerichtshof in Den Haag
erkannte am 16.10.1975 das Recht Marokkos auf Rückgliederung seiner saharischen Provinzen im Prinzip an.
Der Hof erklärte, daß die Westsahara zur Zeit ihrer Kolonisierung durch Spanien keineswegs “Niemandsland” (terra nullius) gewesen sei, und daß zwischen ihren Einwohnern und dem marokkanischen Sultan andauernde
juristische und lehnsmäßige Beziehungen (“legal ties and allegiances”) auf Grundlage der “Baya”, der staatlich-religiösen Huldigung, bestanden hätten.
Die erste Feststellung war so bedeutsam wie die zweite. Wäre die Westsahara früher “terra nullius” gewesen, so hätte diespanische Inbesitznahme eines solchen Niemandslandes mehrals den Schein der Legalität erhalten, es hätte sich dann um originären Eigentumserwerb gehandelt, und das Land wäreselbst nach seiner Freigabe durch Spanien in den alten Zustand zurückgefallen - mit der Folge, daß sich dort unkontrolliert jede beliebige Staatsgewalt hätte etablieren können (auch eine etwa von Spanien selbst berufene Nachfolge-Staatsgewalt).
Allerdings: Die Eingeborenen der Westsahara hätten zur Zeit der Entscheidung des Internationalen Gerichtshofs einen Staat
aus eigenem Recht nicht formieren können, denn sie waren damals (1975) ganz überwiegend nichtseßhafte Nomaden, und solche sind nach den Grundsätzen des Völkerrechts unfähig zu anerkannten Staatsbildungen. Aber diese Frage war dem Gerichtshof nicht einmal hilfsweise zur Entscheidung
vorgelegt worden. Wir werden auf sie noch zurückkommen. So jedenfalls war eindeutig geklärt, daß die Westsahara stets (zumindest) “rechtlich, Bindungen zu Marokko hatte, und damit lag es auf der Hand, daß - nach Beseitigung des Kolonialismus in aller Welt - eben diese Bindungen erneuert und fortgesetzt werden mußten. Spanien hat den internationalen Schiedsspruch formell respektiert und sich bereit erklärt, seine illegitime Kolonialherrschaft
über die Westsahara aufzugeben. Das bedeutete noch keineswegs, daß es auch die Ansprüche Marokkos auf das Territorium anerkannte; vielmehr haben gewisse politische Kreise in Spanien gerade damals die Bewegung “Frente Polisario” (die ja nicht zufällig einen
spanischen Namen trägt) unterstützt. Ein “Niemandsland” hätte die Westsahara mit Sicherheit nicht lange bleiben können - wenn sie denn jemals ein solches gewesen wäre. Der “Grüne Marsch” und die Folgen. Aber die Zeit war nun reif geworden für den “GrünenMarsch”, mit dem König Hassan II den Herrschaftswechsel und das historische Ereignis der saharischen Heimkehr ins öffentliche Bewußtsein heben wollte. Vom 6. bis 11. l 1.1975
zogen 350.000 marokkanische Bürger als Freiwillige - unbewaffnet, betend und singend - in die einstige spanische Kolonie ein.
Wenn dieses vielleicht eindrucksvollste Ereignis der jüngeren marokkanischen Geschichte nach den Worten des Königs “eine zeremonielle Pilgerschaft, ein Friedensmarsch geistigen, patriotischen und sportlichen Charakters” war, so wies der Monarch ebenso mit Grund darauf hin, daß der Marsch auch eine erhebliche völkerrechtliche und verfassungsjuristischeBedeutung hat. Denn in seinem Aufruf hieß es weiter: “Geliebtes Volk, Du wirst alten marokkanischen Boden, der Dir seit jeher gehört, wieder in Besitz nehmen”. Damit war betont, daß es nicht allein der König als Empfänger der
“Baya” war, sondern gleichermaßen das Volk, das seinen Staat in den spätmittelalterlichen Grenzen wiederherstellte - für islamisches Rechtsdenken keine ungewohnte Vorstellung, denn ohne die “Baya” (des gläubigen Staatsvolks) kann und darf ein Sultan nicht regieren.

Es muß heute als ein Treppenwitz der Geschichte erscheinen, daß mit dem Madrider Vertrag vom 14.11.1975 die
Westsahara willkürlich aufgeteilt wurde, indem Marokko nur die nördliche, Mauretanien aber die südliche Hälfte des Gebiets erhalten sollte. Die islamische Republik Mauretanien, (deren Gebiet früher einmal selbst zu Groß-Marokko gehört hatte) konnte keinen einzigen juristisch-historischen Grund für ihre Ansprüche auf nördliche Ausdehnung ins Feld führen. Für diesen Wüsten-Staat eines der ärmsten Länder der Erde -zeigte sich bald, daß das begehrliche politische Auge größer gewesen war als der wirtschaftliche Magen. Mauretanien war mit der Verwaltung und Erschließung des neuen Territoriums derart überfordert, daß es schon 1979 “seine” saharische Zone, in der es ohnehin nichts verloren und nichts zu suchen hatte, freiwillig an Marokko abtrat. Fragen des Selbstbestimmungsrechts. Zur Begründung ihres Anspruchs auf einen separaten “saharauischen Staat” beruft sich die Polisariobewegung auf das sogenannte Selbstbestimmungsrecht der Völker. Dies nun ist ein vieldeutiger, eher politischer als juristischer Begriff. Er besagt keineswegs, daß jeder auch noch so kleinen Volksgruppe das Recht auf eigene staatliche Organisation genuin zusteht. Wäre das so, dann müßte beispielsweise die Russische Föderative Republik - das Überbleibsel der zerfallenden Sowjetunion - nach völkerrechtlichen Prinzipien weiterhin in zwei Dutzend selbständige Staaten zerlegt werden. Denn diese Republik beherbergt, neben den “Großrussen”, nicht weniger als 23 nationale Minderheiten -deren kleinste das nur 800 Seelen umfassende Volk der Ewenken in der Taiga ist. Es ist gewiß keine Frage, daß hier vielleicht beschränkte Autonomie in gewissen Bereichen des öffentlichen Lebens, aber niemals souveräne Staatlichkeit zurechtfertigen ist.
Seit 1975 wird Marokko die Souveränität über die Westsahara weder von Spanien noch von Frankreich ernsthaft streitig gemacht - mit der Maßgabe, daß beide Staaten jedenfalls keinerlei eigene Hoheitsansprüche in diesem Gebiet mehr verfolgen. Die Widerstandsbewegung
“Frente Polisario” wurde zwar, wenngleich nicht offiziell, auch von spanischer und französischer Seite diskret gefördert, aber die massiv offene Unterstützung kam doch, verstärkt seit 1979, von der Republik Algerien. Man kann die Polisario schwerlich als “eingeborene” Bewegung bezeichnen, obwohl sie für die “Befreiung der Eingeborenen” zu kämpfen vorgibt. Sie selbst hat ihr Hauptquartier, ihre siedlungsmäßigen und logistischen Schwerpunkte eindeutig in Algerien, dessen westliche Grenzgebiete ihr auch als Rückzugs-, Rekrutierungs- und Ruheräume dienen. Zum Schutz gegen das Einsickern der Polisario in die befriedeten saharischen Provinzen hat Marokko einen Festungswall (“le mur”) an der Ostgrenze zu Algerien errichtet, wo ein nicht geringer Teil der marokkanischen Armee weiträumig patrouilliert oder in kleinen Forts auf bewaffnetem Posten steht.
Es ist mehr als zweifelhaft, ob es ein indigenes “saharauisches Volk” überhaupt gibt. Die gesamte Sahara wurde früher und wird größtenteils heute noch - von Nomaden bewohnt, die, wie bereits bemerkt, nach völkerrechtlichen Grundsätzen einen “Staat” gar nicht gründen können, solange sie eben nicht seßhaft geworden sind. Bezeichnenderweise kämpft die Polisario selbst nicht für einen großsaharauischen Staat, dem dann ja auch die in Algerien, Mauretanien, Mali und Senegal lebenden Saharauis angehören müßten, sondern für einen Separatstaat nur auf alt- und neumarokkanischem Boden.
Diese Unlogik ist durchsichtig genug. Und es kommt die Tatsache hinzu, daß diejenigen Saharauis, die auf diesem Boden seßhaft geworden sind, sich ganz überwiegend als Marokkaner fühlen; aus welchem Grund sonst hätte etwa der Groß-Stamm der Tekna dem jetzigen König von Marokko ausdrücklich den Huldigungseid der “Baya” geleistet?

Das Problem der Kolonialgrenzen
Noch weniger durchschlagend ist das letzte hier zu erwähnende Argument der Polisario, das an den Begriff “Unverletzlichkeit der Kolonialgrenzen” anknüpft. In der Charta der Organisation der afrikanischen Staaten(OAU) von 1963 ist ein Prinzip verankert, das schon früher auf die zwischenstaatlichen Beziehungen der Länder Südamerikas angewandt wurde und dort als “Utipossidetis-Doktrin” bezeichnet wurde. Es bedeutet, daß die afrikanischen Staaten untereinander diejenigen Grenzen respektieren sollen, die von den europäischen Kolonialmächten in den betreffenden Gebieten gezogen wurden und Geltung hatten. Abgesehen davon, daß Marokko seinerzeit einen (völkerrechtlich zulässigen und von den übrigen Vertragsstaaten stillschweigend anerkannten) Rechtsvorbehalt gegen diese Klausel der OAU eingelegt hatte, ist das Prinzip auch praktisch kaum beherzigt und angewandt worden. Auseinandersetzungen und sogar Kriege um die “überkommenen” Grenzen wurden geführt zwischen Libyen und Tschad. Äthiopien und Kenia, Mali und Mauretanien, Mali und Burkina Faso (früher Obervolta), Ruanda und Burundi, Tansania und Malawi, Niger und Benin. Die
Binnenstaaten Swasiland und Lesotho erstreben Zugänge zum Indischen Ozean im Wege von Landkorridoren durch die Republik Südafrika, Zaire möchte zwecks Verbreiterung seiner Meeresgrenze den angolanischen Cabinda-Zipfel gewinnen, und Somalia beansprucht die äthiopische Südprovinz Ogaden, die zwar von Somalis bewohnt wird, aber selbst zur Zeit der italienischen Herrschaft nie zur “Kolonie Somaliland” gehört hatte. Die politische Landkarte Afrikas sieht heute schon wesentlich anders aus als zu der Zeit, in der die europäischen Kolonialmächte den Kontinent verließen und die heutigen Staaten ihre Unabhängigkeit gewannen. Juristisch betrachtet, dürfte die OAU-Klausel auf den westsaharischen Konflikt ohnehin nicht anwendbar sein. Denn sie bezieht sich ausschließlich auf die Grenzen zwischen bestehenden (!) Staaten, deren territoriale Integrität auf dem bisherigen Gebiet ja bewahrt bleiben sollte. Die Klausel verbietet aber keineswegs die Rückgliederung eines nichtstaatlichen Territoriums in einen Staat, dem es früher - unterbrochen durch koloniale Abhängigkeitangehört hat. Es läßt sich im Gegenteil die Auffassung vertreten, daß der Anschluß der Westsahara an Marokko gerade durch die Grenzklausel gerechtfertigt wird. Denn es wird damit ein Staat exakt in den Grenzen, die ihm durch Kolonisierung abhanden gekommen waren, wiederhergestellt - womit eine Grenzverletzungeben nicht “begangen”, sondern umgekehrt “geheilt” würde. Warum keinen großsaharauischen Staat?
Ein Abriß der rechtsgeschichtlichenEntwicklung Marokkos nach den Aufzeichnungen des Rechtswissenschaftlers Dr. Clemens Amelunxen. Der Verfasser des folgenden, an dieser Stelle nur verkürzt behandelten Abriß, betrifft die über vielen Jahre verfolgten Untersuchungen von Dr. Clemens Amelunxen, (1927 - 1995).
In über 20 Veröffentlichungen und über 300 Einzelarbeiten beschäftigte er sich mit Themen der Geschichte, des Staatsrechts, der Kriminologie und des Prozeßrechts. Er war lange Jahre Vorsitzender Richter (Senatspräsident) am Oberlandesgericht Düsseldorf. Nach einem Studium der Rechtswissenschaft und Theologie in Deutschland, Frankreich und USA wurde er zum Ehrenmitglied des Universitätsinstituts für Rechtsvergleichung und Auslandsrecht ernannt.

17.12.2010
Laâyoune‘s Ereignisse stellen den Beweis auf, dass Polisario keine Pläne vorrätig hat, die dem Autonomie- Vorschlag entgegenwirken könnten (ägyptische Zeitung) Die Ereignisse von Laâyoune stellen den Beweis auf, dass die Polisario kein politisches Programm vorrätig hat, das dem vom Marokko unterbreiteten Autonomie-Vorschlag entgegen wirken könnte, stellte die ägyptische Zeitung Rose El Youssef fest. "Die Ereignisse von Laâyoune stellen klaren Beweis auf, dass Polisario wieder einmal nicht in der Lage ist, bis zum Ende ohne Unterstützung Algeriens auszukommen (..) und dass sie bei jedem politischen Projekt ist, wodurch sie den marokkanischen Autonomie-Vorschlag etwas durchkreuzen könnte", sagte der Autor des Zeitungsartikels, das den Titel
"Revidierung der Konten in der Maghreb-Region" trägt. Der Artikelautor "Khairallah Khairallah", äußerte, dass Polisario und Algerien dazu erzwungen wurden, auf Gewalt Rückgriff zu machen, um aus der Sackgasse, die sie ausgelöst haben, herauskommen zu können.
Er sagte, dass die Front der Separatisten und Algerien die Tatsache ignoriert haben, dass "der Krieg in der Sahara im Jahr 1985 "mit einem marokkanischen milit ärischen Sieg“ zu Ende ging, und stellte fest, dass es unmöglich geworden ist, "das Rad der Geschichte zurückzudrehen." Unter Verweis auf den "Rückschlag" in Algerien während des Kalten Krieges und in dessen Guerillakrieg gegen die marokkanische Armee, betont der Artikel, dass diese algerischen Manövrierungen die Bands in Laayoune infiltriert und unterstützt haben, die Gutgläubigkeit der marokkanischen Behörden instrumentalisierend." Für den Autor des Artikels, haben die Ereignisse des Lagers Gdiem Izik nicht nur "den Krieg Algeriens gegen Marokko und Polisario im Einsatz separatistischer Gewalt unter Beweis gestellt, und die "Rolle der Spanier in der Herausposaungung falscher Informationen und falscher Fotos entlarvt", sondern sie haben auch aufgedeckt, dass diesejenigen " immer noch auf eine Reihe Illusionen wetten."
Der Autor stellte fest, dass der marokkanische Autonomieplan in den südlichen Provinzen den aufrichtigen Willen zu einer Lösung und zur Initiierung der regionalen Zusammenarbeit, in Erwiderung auf das Phänomen des Terrorismus und des Extremismus sowie der Bekämpfung der Armut, widerspiegelt. Im Rahmen des Kampfes gegen den Terrorismus im marokkanischen Gebiet, hebt der Artikel die engstehenden Verbindungen zwischen Polisario, dem internationalen Terrorismus und dem Drogenhandel hervor, nebenstehend feststellend, dass der marokkanische Vorschlag eine Initiative bereitstellt, die für jede Partei retthaft sein könnte. Der Autor hielt auch für unnötig, nur mit der Unterstützung der USA in ihrem Kampf gegen den Terrorismus in Abwesenheit der regionalen Zusammenarbeit und der Koordinierung zwischen den Ländern in der Region zurechnen. "Es ist für ein Land wie Algerien von Nachteil, inakzeptabel und verwerflich, sich mit Terrorismus zu befassen. Das muss mit Nachdruck und Festigkeit verurteilt werden und ist deswegen nicht hinnehmbar."
Beste Grüße,

Thomas

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Re: Beachten Sie die Polisario.

Beitragvon edith » Mo 5. Jun 2017, 10:33

Zunächst gilt der Dank natürlich Dr. Clemens Amelunxen für diese klare Ausarbeitung zum Status der Westsahara. Es ist kaum anderswo so deutlich nachzuvollziehen, zudem in deutsch. Aber Thomas danke ich dafür, dass er uns diesen interssanten Artikel zur Verfügung gestellt hat.
Allzeit gute Reise
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Re: Beachten Sie die Polisario.

Beitragvon Wolfgang » Di 6. Jun 2017, 10:18

Hallo Thomas,

vielen Dank auch von mir. Das ist ja sehr interessant und zeigt doch, das Marokko ein berechtigtes Interesse auf diesen Fleck Erde hat und sich auch um eine einvernehmliche Lösung bemüht.

Der Bericht der algerischen Zeitung spiegelt meine Beobachtungen im Niemandsland wieder. Babykleidung wird dort sicher nicht umgeladen, sonst würden die Herrschaften bei ihrer Verladeaktion nicht so angespannt die umliegende Gegend beobachten.
Der Virus Africanus hat schon so manchen erwischt. Auch nach mehreren und immer wieder kehrenden Besuchen des Kontinents bin ich immer noch genauso infiziert wie am Anfang. So sehr ich es auch versuche: ich krieg ihn nicht los!!! ;)

Viele Grüße
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