Mauretanien Sandlover Tour 2017




Re: Mauretanien Sandlover Tour 2017

Beitragvon Florian » Do 2. Mär 2017, 17:55

Hi Wolfgang,

ein paar Infos findet man im Netz, z.B.: http://kassataya.com/mauritanie/6015-de ... ent-a-atar

Schöne Grüße
Florian
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von Anzeige » Do 2. Mär 2017, 17:55

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Re: Mauretanien Sandlover Tour 2017

Beitragvon Wolfgang » Do 2. Mär 2017, 21:57

Hallo Florian,

vielen Dank für den Link; ist ja ganz interessant auch mal sowas zu lesen. Das Meiste was ich sonst so höre ist von Idoumou: Friede, Freude, Eierkuchen: keine Sklaven mehr.... Ich weiß da sowieso nicht, was ich von seinen Aussagen glauben soll.

Mein letzter Bericht:
Wir hatten noch 2 Fahrtage bis Nouakchott und wollten eigentlich auf der Nordseite des Erg Atmalich an dessen Rand entlang bis zu einer Stelle fahren, bei der man den Erg leicht durchfahren kann. Das sieht dort bei Google Earth so aus, als ob jemand die Dünen geteilt hätte (irgendwo gab´s das doch schon mal??? Aber doch nicht mit Sand :roll: ).

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Dort dann in Richtung Süden den Erg durchqueren, ein bisschen umschauen, und zurück.

Wieder einmal mit Wehmut verließen wir am Morgen unseren schönen Biwakplatz. Nach ca. 20 km Luftlinie hatten wir einen Treffpunkt mit Tankstop, Wasser usw. mit den Fahrern der Autos ausgemacht. Einer von uns blieb dort und wollte auf unsere Rückkehr warten. Warum? In dem kleinen Dorf gab es nette Leute, Tee...... Die Anderen fuhren los.

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Es dauerte nicht lange, da wurde der Wind stärker und immer stärker. Mittlerweile konnte man das Ganze schon als Sandsturm bezeichnen. Bei dem Punkt "hier" auf dem letzten Foto haben wir dann so gut wie nichts mehr gesehen und drehten um.

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Was tut man bei einem Sandsturm? Wenn man nicht weiß, in welchem Gebiet er noch wütet und man noch ein bisschen sieht und weiß, wo man ist (Danke an mein Navi), fährt man weiter in der Hoffnung, dem Sturm zu entfliehen. Genau das haben wir getan. Die Navigation war eine echte Herausforderung. Unser Guide an diesem Tag hat das hervorragend gemacht. So sind wir dann am Rand des Erg Atmalich entlang gefahren, ohne, dass wir davon etwas gesehen hatten, und dann nach ca. 30 km in Richtung Akjoujt abgebogen. Nach weiteren 30 km haben wir diese Stadt erreicht. Der Wind war immer noch so stark, dass ein Biwak keinen Spaß gemacht hätte. Deswegen sind wir an diesem Tag nicht weiter gefahren und haben im Hotel Babe Esselam am Ortsende in Richtung Nouakchott gelandet. Ich rate niemanden dort hin zu gehen, wenn es nicht unbedingt sein muss. Für Mauretanien war es ok, aber wieder einmal versuchte man uns viel Geld aus der Tasche zu ziehen. Wir haben uns dann auf 50,- € für alles geeinigt, was gerade noch akzeptabel für mich war. So ist das in Mauretanien, wer nicht nein sagen kann, zahlt unheimliche Preise für nix. Natürlich muss man immer vor jeder Dienstleistung oder jedem Einkauf von z.B. Schmuck oder so, den Preis aushandeln! Und bitte nie vergessen, dass bei Touristen mit dem (schätze ich) zehnfachem mit dem Handeln begonnen wird. Nur in modernen Einkaufsmärkten ist das anders. Vielleicht auch bei Brot oder Wasser.

Ein paar Eindrücke von Akjoujt:

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Am nächsten Tag ging es dann noch in Richtung Nouakchott. Die Teerstraße musste für 170 km herhalten, was meiner Teerallergie nicht zu Gute kam. Danach dann endlich wieder Offroad!!! Und das fast bis zum Campsite am Atlantik. Bei Nicco war die Rallye Intercontinental zu Gast. Um ein bisschen Nachtruhe zu genießen sind wir dann auf den Nachbarcampingplatz in Richtung Süden/Nouakchott gegangen. Der ist ähnlich wie Niccos Campsite: nicht gerade günstig, keine funktionierende Dusche und dafür aber europäische Preise. Trotzdem war es dort vor allem zum Schlafen sehr schön. Der Atlantik rauscht und der afrikanische Sternenhimmel als letzter Anblick vor dem Einschlafen sind schon wunderschöne Eindrücke. Ich habe mir irgendwann mal angewöhnt in Afrika ohne Zelt zu schlafen. Das habe ich auf dieser Tour auch sehr genossen. Im Landesinneren gibt es kein Fremdlicht und dafür einen grandiosen Sternenhimmel.

Wir brauchten noch einen ganzen Tag um alle Sachen sicher im Sprinter und auf dem Hänger zu verstauen.
Der Virus Africanus hat schon so manchen erwischt. Auch nach mehreren und immer wieder kehrenden Besuchen des Kontinents bin ich immer noch genauso infiziert wie am Anfang. So sehr ich es auch versuche: ich krieg ihn nicht los!!! ;)

Viele Grüße
Wolfgang
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Re: Mauretanien Sandlover Tour 2017

Beitragvon Wolfgang » Do 2. Mär 2017, 22:29

Jetzt habe ich doch glatt den falschen Knopf gedrückt!!!

Ein paar Kleinigkeiten wollte ich noch zeigen:

Nachdem wir bis spät am Abend alles eingeladen hatten, sind wir noch baden gegangen: herrlich!!!

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Abends waren wir bei Idoumou zum Abendessen eingeladen. Er hat sich in Nouakchott ein "Häuschen" gekauft. Seine Frau hat für uns hervorragend gekocht.

Wir haben auch den Nachwuchs für dieses Forum kennen gelernt: Edith Abderrahmane

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Achja, ich musste noch zurück nach Deutschland fahren. Und da habe ich den von Edith gezeigten Konflikt zwischen der Polisario und den Marokkanern gesehen. In dem zitierten Artikel stand, dass die beiden bewaffneten Einheiten nur noch 200 m auseinander standen. Das war bei mir auch so. Ich konnte aber nicht erkennen, dass irgendjemand hätte schießen wollen. Für was auch? Aber, man weiß ja wirklich nicht, was in den Köpfen der Menschen vor sich geht.

Dieser Polisario Posten steht direkt neben der Straße (die steinige Piste im Vordergrund).

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Auf diesem Bild sieht man rechts das Wohnmobil der UN-Truppen. Nachts fahren sie ca. 80 km nach Norden in das Motel Barbas. Links ist die Polisario und in der Mitte führt die Straße durch. Im Vordergrund sieht man übrigens nochmal den Rest der unbefestigten Straße durch das Niemandsland. Marokko hat ja die ersten ca. 4 km geteert. Da ging der ganze Quatsch ja wieder los. Dazu möchte ich auch noch was sagen: Die Westsahara ist unter der marokkanischen Führung zu einem lebenswerten Abschnitt dieser Welt geworden. Die Städte sind sauber, modern und freundlich. Ich weiß nicht, ob unter der Führung der Saharawis (heißen die so?) nicht alle immer noch hinters Zelt für gewisse Bedürfnisse gehen würden. Das ist zwar provokativ, aber ich hatte in der Westsahara nie den Eindruck, dass ich in einem unterdrückten Land wäre.

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Jetzt bin ich auf jeden Fall fertig mit meinem Reisebericht....

Fazit: ich könnte sofort wieder losfahren ;)
Der Virus Africanus hat schon so manchen erwischt. Auch nach mehreren und immer wieder kehrenden Besuchen des Kontinents bin ich immer noch genauso infiziert wie am Anfang. So sehr ich es auch versuche: ich krieg ihn nicht los!!! ;)

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Wolfgang
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Re: Mauretanien Sandlover Tour 2017

Beitragvon Delphin » Fr 3. Mär 2017, 10:04

Hallo Wolfgang,

war ein sehr toller und interessanter Bericht von dir, danke dass du uns mitreisen hast lassen.

Grüße
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Re: Mauretanien Sandlover Tour 2017

Beitragvon kajakus » Fr 3. Mär 2017, 19:30

Hallo Wolfgang,
das hast Du wieder prima gemacht, so wie Du auch diese Reise , mit all den kleinen und großen Hindernissen :oops: , immer gut im Griff hattest. 8-)
Manche Tage sind durch Panne oder Unfall (zum Glück nicht bei mir) anders verlaufen als geplant. Also, Altenative !
Ich habe nun nach der Reise manchen Weg noch einmal bei Googl-Earth nachgefahren, und dabei festgestellt, was dort noch Alles auf eine Befahrung wartet. :shock:
In diesem Forum werden sicher einige sein, die auch solche verrückten Touren machen, obwohl der Aufwand sehr hoch ist.
Meine Bilder brauche ich nun nicht einstellen, das hast Du ja schon erledigt.
Meine nächste Reise geht wieder nach Marokko, an den Erg Chebby. Dort machen wir Tagestouren , mit sehr leichtem Gepäck, vom Standort aus.
In einer Woche habe ich wieder genügend Sand unter den Reifen, ich freue mich natürlich schon darauf, und ein wenig geübt habe ich ja auf unserer letzten Reise schon dafür.
Schöne Grüße,
Tomas.
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Re: Mauretanien Sandlover Tour 2017

Beitragvon Wolfgang » Sa 4. Mär 2017, 12:09

Hallo Tomas, hallo Delphin,

vielen Dank für die "Blumen"!!! Es war ja auch eine einzigartige Reise, deswegen war es leicht einen Bericht zu schreiben. Wie Tomas schon sagt, so wie die Tage geplant waren, verliefen sie oft nicht. Aber dafür braucht man halt einen Plan B oder C. Ich hatte auch Glück, dass die richtigen Leute dabei waren: abenteuerlustig, offen für Neues und wüstenerfahren. In "unserem" Sandsturm verliert sonst schnell mal einer auf dem Bike die Nerven....

lieber Tomas, ich dachte eigentlich, dass du von deiner Marokkoreise in einer Woche einen Bericht schreibst. Ich würde mich freuen. Und dann wünsche ich dir noch viel Spaß in Maroc und bitte fahre täglich 1 Stunde für mich in den Dünen.

Liebe Grüße auch an Tina
Wolfgang
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Re: Mauretanien Sandlover Tour 2017

Beitragvon Lele » So 5. Mär 2017, 15:59

ich fuhr früher...sehr viel früher..auch Motorrad,
vielleicht lies ich mich auch darum von deinem Reisebericht mitreißen.
ich spürte förmlich ein hauch
freiheit und abenteuer um meine Nase wehen :-))
danke für's mitnehmen.
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Re: Mauretanien Sandlover Tour 2017

Beitragvon Wolfgang » Di 7. Mär 2017, 00:02

Hallo Lele,
genauso wie du es sagst ist das in Mauretanien: "ich spürte förmlich ein hauch freiheit und abenteuer um meine Nase wehen". Das beschreibt es wirklich ganz genau. Auch heutzutage mit GPS und dem ganzen Zeug ist es dort immer noch Freiheit und Abenteuer.... Wo sonst kann man das noch erleben? Das ist sicher das faszinierende und einmalige an Mauretanien. Irgendwo bleibt in Mauretanien wenn man offroad unterwegs ist immer ein Hauch von "Restrisiko" und das macht es so spannend und einmalig; keine abgesicherte westliche/marokkanische Welt. Wenn du Mist baust, musst du ihn selber ausbaden. Kein ADAC fliegt schnell mal vorbei, oder ein Rettungswagen kommt innerhalb von 12 Minuten; zu wenig Wasser dabei? Pech gehabt.... kein Sprit hm - und jetzt??? Die Verantwortung für dein Tun liegt in Mauretanien noch bei dir alleine. Eben Abenteuer; und genau das liebe ich :)

Ich hoffe, dass da noch lange so bleibt. Die Teermaschinen laufen auch dort heiß...
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Viele Grüße
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