Erg Chebbi




Ihr habt irgendetwas wichtiges im Zusammenhang mit Marokko entdeckt und wollt es unbedingt weitergeben? Hier ist die Gelegenheit dazu.

Moderator: edith

Erg Chebbi

Beitragvon mato » Mi 8. Mai 2019, 17:42

Liebe Leserinnen und Leser der Saharaforums
Vor nicht langer Zeit ist eine weitere Reise durch den Süden Marokkos zu Ende gegangen, wie immer problemlos, wie immer ein wunderbares Reiseerlebnis. Ich bin nicht als Camper unterwegs, reise als Reiseleiter mit Schweizer Gruppen im Minibus mit Schwerpunkt Anti-Atlas, Drâatal und Sandwüste, Hoher Atlas, Königsstädte.
Zum Erlebnis dieses Jahr im Erg Chebbi möchte ich aber im Forum etwas deponieren, was mir in letzter Zeit eher säuerlich aufgestossen ist. Wir nächtigten bei Ali im Ksar Bicha in Hasselbiad, wie immer top, wie immer ein Erlebnis der Sonderklasse. Die Nacht darauf aber im Biwack war dann eher überraschend. Diese Nacht im Biwackzelt mit eigener Toilette in jedem Zelt, mit Dusche in jedem Zelt, mit Lavabo in jedem Zelt und fliessend Wasser, versteht sich, Bett mit Duvet und Bettdecke, Licht (Strom über Stromgenerator). :cry: . Logisch hat der Generator noch weit in die Nacht hinein gelärmt. Und natürlich konnte man mit Allradfahrzeugen oder Quads bis zum Biwack ganz auf der Seite der Dünen gegen die algerische Grenze hin gelangen. Mit Dromedaren hinzugelangen ist offenbar eher etwas weit für die feinen Popos der Europäer.
Bis anhin war das Nächtigen im Biwackzelt immerhin noch nicht ganz dasselbe wie eine Nacht im Hotel. Inzwischen ist es das aber eigentlich das geworden.
Ich finde schade, dass auch in den Dünen ein derartiger Luxus Einzug gehalten hat. Dass man Trockenklos aufstellt, verstehe ich voll und ganz, dass muss doch aber um Gottes Willen nicht in jedem Zelt stehen, Wasserspülung inklusive, in einem Gebiet, wo Wassersparen eigentlich eine Notwendigkeit erster Güte sein müsste.
Man sagte mir, man dürfe die Biwackzelte nicht mehr mitten in den Dünen aufstellen, sei per Gesetz gezwungen, diese ganz an Rande der Dünen aufzubauen. Das kann oder konnte ich noch nicht überprüfen. Mit Quads aber darf man (siehe u.a. die Angaben von Edith im Führer S. 358, 3. Aufl. 2017) trotz Verboten überall "herumfurzen".
Persönlich finde ich es sehr schade, ich mag das Gebiet um den Erg Chebbi sehr, es verkommt aber mehr und mehr zu einer Art "Europapark", Ruhe und Erlebnis werden beeinträchtigt, die Urtümlichkeit geht verloren. Mag natürlich auch sein, weil immer mehr Anbieter von Marrakech aus die rund 550 km-Strecke als Zweitagestouren anbieten, ein Tag hin, Nacht in den Dünen, 1 Tag zurück. Voll bescheuert. :evil:
Ich beginne mich jedenfalls nach Alternativen umzusehen, welche meinen Vorstellungen zu einem Wüstenerlebnis eher entsprechen. Ruhe und Einfachheit inbegriffen.

Gruss aus der Schweiz
Mato
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von Anzeige » Mi 8. Mai 2019, 17:42

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Re: Erg Chebbi

Beitragvon Thomas » Mi 8. Mai 2019, 20:01

Hallo Mato,

wer Ruhe und Erholung sucht sollte die marokkanischen Sanddünen nur außerhalb der Saison besuchen.
Von einem Verbot für Quad´s ist mir nichts bekannt.
Vor etwa zwei Monaten aber wurde das "wilde Massencampen", d.h. das Aufstellen von Touristenzelten in den Dünen untersagt.
Die Quadfahrer sind meist nur in der Saison dort. Die Zelte, deren Toilettenabwässer ungereinigt im Boden versickerten, standen ganzjährig dort und wurden immer mehr.
Wüstentourismus boomt und jeder hat andere Interessen in der Wüste.
Der eine liebt Ruhe und Einsamkeit, der nächste will dort Rally fahren und wieder andere haben andere Interessen.
Marokkos Sanddünengebiete sind rel. klein. Da ist es nicht so einfach allen Interessengemeinschaften gerecht zu werden.
Beste Grüße,

Thomas

Weitere Informationen über meine Aktivitäten:
http://lmgtfy.com/?q=thomas+friedrich+marokko
Thomas
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Re: Erg Chebbi

Beitragvon edith » Do 9. Mai 2019, 11:15

Hallo Mato,
der Text, den du zitierst, steht auf Seite 475.

Und was das Verbot von Quads angeht so ist es das gleiche wie mit dem Verbot der Biwaks. Es wird mal gesagt, dann aber wieder ganz schnell vergessen.

Sowohl am Erg Chebbi als auch in Chegaga gibt es Biwaks unterschiedlicher Qualitätsstufen, die Leute können frei wählen. Und es ist tatsächlich so, dass eher der Luxus gewählt wird. Die Anbieter von Wüstentouren machen das ja eben, weil ein Bedarf da ist.
Ob das jetzt gut oder schlecht ist? Schwer zu sagen. Vielleicht ist am besten, wenn wir alle zu Hause bleiben, dann werden die Dünen nicht beschädigt. Aber die Menschen, die dort leben, werden auch wieder in die Armut wie vor 30 Jahren zurückgestoßen.
Allzeit gute Reise
Edith
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Re: Erg Chebbi

Beitragvon Miyo » Sa 11. Mai 2019, 15:49

diese Antwort habe ich von dir erwartet Edith.. Bravo.... genau meine Gedanken.. Danke
Reisen ist Leben, wie umgekehrt das Leben Reisen ist. Jean Paul Alles Liebe Miyo
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