Stationen auf dem Weg nach Merzouga - Teil 2




Informationen zu Campingplätzen in Marokko

Moderator: Thomas

Stationen auf dem Weg nach Merzouga - Teil 2

Beitragvon Manuela » Mi 19. Feb 2020, 13:14

Hi!

4. Station Midelt - Camping Municipal. (S. 78) Zwei Nächte 180 DH bezahlt inkl. Srom - der hin und wieder ausgefallen ist. Von den beiden Sanitärbereichen in dem Haus (links und rechts nicht getrennt nach Frauen und Männern!) gibt es nur im linken warmes Wasser für die Duschen - allerdings ist dieser Bereich zumeist abgeschlossen und wurde nur für eine geführte Gruppe geöffnet. Selbst auf Hinweis hat der "nette" Hafid den warmen Bereich nicht geöffnet. Das Wasser am Platz ist nicht zu gebrauchen - Hähne abgedreht. Beleuchtung am Platz Fehlanzeige. Im Ort gute Einkaufsmöglichkeiten in der Marktgasse und im Marjane. Bis hierher hat mein deutsches Fernsehen funktioniert.

5. Station Meski - Chez Zaid und Zineb. Seite 149. Wichtigstes zuerst: Zineb ist Zaid weggelaufen und Zaid ist jetzt - Entschuldigung für den Ausdruck - notgeil. Ich konnte mich seinen Annäherungsversuchen kaum erwehren. Ständig wollte er küssen und mehr - ist sogar ohne Aufforderung in meinen Wagen gekommen und ich konnte ihn nur mit Mühe loswerden. Das war eklig! Der Platz ist sehr schön, die Duschen sehr gut und warm und sauber. Das Essen abends - vegetarische Tajine - war für mich kaum genießbar. (60 DH) Ich saß im halbdunkel im kalten Raum. Liegt wohl mit daran, dass Zineb abgehauen ist. Am zweiten Abend habe ich mich im 0830 in meinem Wagen eingeschlossen und alles verdunkelt. Das mehrfache Klopfen von Zaid habe ich ignoriert. Am nächsten Morgen bin ich ohne duschen weg, weil mir der Kerl zuwider war. Auch bettelt er nach Geschenken. Musste ihm, um in loszuwerden, einen BH schenken. Auch wollte er mir in Merzouga einen Kameltripp mit Übernachtung aufschwatzen für den "Sonderpreis" von 400 DH statt 600 DH. Habe für zwei Nächte inkl. Strom 140 DH bezahlt.
Für alleinreisende Frauen ist der Platz leider nicht mehr zu empfehlen.

6. Station Hassi Labiad - Ocean des Dunes. (Seite 161) sollte ich eigentlich nicht erwähnen, denn der Platz ist ein Traum. Ich habe Secret de Sahara besichtigt und bin auch in Merzouga gewesen (Plätze Africa und Liberty) - sorry, die Plätze sind Müll gegen Ocean des Dunes. Hier ist mein kleines Paradies. Hier bin ich gut aufgehoben - extrem freundliche Leute - werde oftmals am Tag zum Berber Whiskey (Tee) eingeladen und genieße die wirklich familiäre Atmosphäre. Warme Duschen (wenn man vorher auf den Boiler schaut ob das Wasser warm ist) Toiletten sauber - allerdings keine Trennung m/w. Schöne Spaziergänge in den Ort - Depot Nomad besichtigt und empfehle auch Souveniershop Fatima. Dann auf der herrlichen Veranda sitzen und Tee trinken mit Blick auf die hohen Dünen. Abends einen Spaziergang in die Dünen - ein Kamelritt zum Sonnenuntergang kostet 130 DH. Merzouga ist nur 6 km weit weg, da kann ich mit meinem E-Roller hinfahren. Dann aber schnell wieder zurück in mein kleines Paradies. Nachts sind die Einfahrtstore geschlossen - ich fühle mich hier geborgen! Hier gebe ich Edith zu 100% Recht: "Diese gemütliche kleine Auberge gehört wegen der Herzlichkeit seiner Betreiber (und wegen der traumhaften Anlage wie in 1001 Nacht!) zu den beliebtesten der Region." In diesen Platz habe ich mich verliebt! ---- Ergänzung: während ich dies schreibe habe ich wieder einmal ein Kännchen Tee bekommen - die Leute hier sind einfach zu lieb!

Herzliche Grüße aus meinem kleinen Paradies
Manuela Alena

PS muss ich erwähnen, dass hier das Essen - auf Vorbestellung - auch noch richtig gut schmeckt?
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von Anzeige » Mi 19. Feb 2020, 13:14

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Re: Stationen auf dem Weg nach Merzouga - Teil 2

Beitragvon edith » Mi 19. Feb 2020, 16:27

Danke dir, gerne weiter so. Das mit Said und Zineb ist ja ein Hammer, er war immer so nett.
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Re: Stationen auf dem Weg nach Merzouga - Teil 2

Beitragvon Thomas » Mi 19. Feb 2020, 16:47

Hallo Manuela,

ich habe Deine Berichte mit Interesse gelesen.
Ganz besonders hatte mich natürlich der Bericht über Meski interessiert, da ich ja in Errachidia lebe und die Typen vom Platz, also auch den Zaid, kenne.

Warum hast Du mich nicht angerufen als Du dort warst?
Ich wäre gekommen und hätte ihm die E.er rausgerissen! J

Das mit dem "notgeil" betrifft jedoch nicht nur Zaid und nicht nur Campingplätze und nicht nur den in Meski!
Man sollte aber auch wissen, dass es alleinreisenden Frauen gibt, die nur wegen dem "Quick-Fick" nach Marokko kommen und solche Männer suchen, die natürlich gerne jede Gelegenheit wahrnehmen.
Zudem ist bei Marokkanern der Glaube weit verbreitet, dass alleinreisende Touristen/Innen ohnehin nur aus "sexuellen Gründen" nach Marokko kommen und deswegen junge Männer suchen.
Natürlich rechtfertigt dies in keinster Weise das Verhalten von Zaid.
Ich werde in den nächsten Tagen wieder einmal kurz am Campingplatz sein.
Soll ich ihn mal darauf ansprechen und ihm mitteilen, dass es öffentlich wurde und so vielleicht ein Peinlichkeitsgefühl beim ihm entsteht?
Beste Grüße,

Thomas

Weitere Informationen über meine Aktivitäten:
http://lmgtfy.com/?q=thomas+friedrich+marokko
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Re: Stationen auf dem Weg nach Merzouga - Teil 2

Beitragvon edith » Mi 19. Feb 2020, 20:58

Ja, sag ihm auch Grüße von mir und dass ich ihn aus dem CF nehmen muss wenn es so weiter geht.
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Re: Stationen auf dem Weg nach Merzouga - Teil 2

Beitragvon Manuela » Do 20. Feb 2020, 16:42

Hi!

Zaid ist ja auch sehr nett - hat mir seine entstehende Farm gezeigt - und sein Platz ist halt viel schöner als der unten bei der Quelle.

Ich habe ihn darauf hingewiesen, dass ich verheiratet bin und mein Mann in Deutschland noch arbeiten muss, weil er noch zu jung ist.
Das könne ja nun garnicht angehen, dass ich allein ein halbes Jahr durch die Welt (Spanien und Marokko) reise, denn da müsse ich doch sexuelle Bedürfnisse haben in dieser langen Zeit. Dass mein Mann über Weihnachten und Neujahr bei mir ihn Spanien gesesen ist hat ihn bei seiner Argumentation nicht weiter gestört.

Besonders anstrengend empfand ich halt, dass Zaid ohne weiter zu fragen in mein Wohnmobil gekommen ist und mich wirklich bedrängt hat, ihn zu küssen und mehr. Das empfand ich als besonders respektlos und deshalb habe ich ja auch am zweiten Abend meinen Wagen verriegelt und bin schon um 0830 ins Bett. Sein Klopfen habe ich ignoriert.

Seine beiden Brüder waren in ihrem Verhalten im übrigen das genaue Gegenteil. Höflich und respektvoll.

Dennoch empfehle ich seinen Platz und mag den unten beim Schwimmbad überhaupt nicht. Dort stehen die Wagen im "Dauerschatten" unter den Bäumen und der Boden ist teilweise ziemlich matschig. Auch den "Eintritt" von 5 DH empfand ich als unnötig und habe es deshalb auch verweigert zu zahlen. Mit dem Argument, ich wolle eben nur mal Freunde besuchen, ließ man mich dann auch passieren.

Ich möchte keinen Aufriss wegen Zaid, er ist ja wirklich auch sehr reizend und sich seines guten Aussehens durchaus bewusst. Es wäre aber sehr schön, wenn er nicht generell davon ausgehen würde, dass jede alleinreisende Frau nur das eine von ihm möchte - dem ist nun mal nicht so.

Liebe Grüße aus meinem kleinen Paradies Ocean des Dunes

Manuela Alena

PS und nochmals Dank an Edith für den Tipp mit Depot Nomad - allein die Namensnennung hat den Preis für meinen Armreif reduziert und mir sofort wieder leckeren Tee verschafft.
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Re: Stationen auf dem Weg nach Merzouga - Teil 2

Beitragvon Manuela » Di 17. Mär 2020, 14:57

Liebe Leute!

Dies ist eigentlich der Bericht über die Rückkehr aus dem Süden bis nach Marrakech - wo ich derzeit gefangen bin!


Von Ocean des Dunes über Zagora nach Marrakech!

Die Entscheidung, Ocean des Dunes nach 11 Tagen zu verlassen, fällt mir nicht leicht. Die Leute hier sind einfach zu nett, der Platz ist zu schön. Am letzten Abend bekomme ich einen frisch gebackenen, noch warmen Kuchen geschenkt. Ich gebe Achmed für seine Kinder ein paar Geschenke und ein Kleid für seine Tochter. Auf keinem anderen Platz bin ich tagtäglich so oft zum – kostenlosen – Tee eingeladen worden wie hier in Ocean des Dunes.

Dann los Richtung Rissani. Dort ist Markt. Ich kann nicht widerstehen und kaufe zwei herrliche dicke, reich verzierte Kissen (zwei für 50 DH) und ein Paar Schuhe.

Übernachtung 12 km hinter Alnif (N12) in der Kasbah Meteorites (Seite 185 im Campingführer). Stehe auf einem Schotterplatz ganz hinten an der Mauer allein und habe Stromanschluss. Die Kasbah ist ein Hotel mit einem netten Garten und Swimmingpool. Hinter dem Swimmingpool ein Sanitärbereich mit Toiletten und Duschen. Mit den landestypischen Abstrichen (Spülkästen der Toiletten teilweise defekt, Duschköpfe teilweise nicht vorhanden) gut zu benutzen. Vor allem die Duschen in separaten, großzügigen Räumen sind heiss und prima. Sollen 20 DH extra kosten, aber bei 70 DH für die Übernachtung und keiner Frage, ob ich geduscht hätte, habe ich mir die Kosten erspart. Das Essen (Menü) für 100 DH, gemischter Salat mit Pommes und Hähnchenteilenspießen, hätte ich mir sparen sollen. Aber die Nacht hinter verschlossenem Tor war ruhig und sicher.

In Tazzarine geht die neu ausgebaute N12 links ab Richtung Zagora. Gut zu fahren. Am Ortseingang von Zagora liegt rechts der Camp Oasis de Palmier (Seite 202). Wie sich herausstellt eine gute Wahl und ich stimme Edith vollumfänglich zu: „Der schönste aller Plätze von Zagora.“ Netter Empfang mit ausgerolltem Teppich, Tisch, Stuhl und Berber Whiskey. Sitze zusammen mit einem der Platzsheriffs und spendiere etwas von meinem geschenkten Kuchen, der immer noch fantastisch schmeckt. Der Platz hat ein kuscheliges Ambiente mit gemütlichem Berberzelt, wirklich tollen, sauberen und großzügigen Sanitäranlagen und ist ganz einfach toll. Geborgen unter Palmen gekuschelt mit Strom – nur die vor allem älteren Franzosen nerven manchmal weil sie immer noch nicht realisiert haben, dass Marokko seit 1956 unabhängig ist. Aber ich habe auf dem Platz auch Kontakt zu einigen Deutschen. Hier bleibe ich erst einmal.

Der Ort – und auch der Camp Sindibad – werden mit meinem E-Scooter erkundet, der sich auch hier wieder hervorragend bewährt. Über die Brücke, den Berg hinauf, ist es doch schon eine ganze Ecke bis zur Hauptstraße von Zagora. Der Ort hat eigentlich nichts besonderes aufzuweisen. Nur, dass man extrem billig ganz gut Essen kann. Einen frischen Obstsalat für 15 DH, einen großen gemischten Salat für 10 DH oder eine gutschmeckende Pizza oder vegetarische Tajine für 35 DH, das ist wahrhaft preiswert. Dafür kann ich selber nicht kochen! Ich gehe eigentlich jeden Tag in Zagora essen.

Der Camp Sindibad ist gegen Oasis de Palmier – Entschuldigung – ein Dreckloch. Der einzige Vorteil, er liegt direkt im Ort. Ansonsten üble Sanitäranlagen, der Charme eines Schotterparkplatzes, keinerlei Ambiente, für mein Dafürhalten einfach grottig. Aber wem`s gefällt, bittesehr! Zum Glück hat sich die deutsche Reisegruppe von Dr. Ammons Tours, die ich in Hassi Labiad getroffen hatte, hierher verirrt und nicht nach Oasis de Palmier.

Ich bleibe zunächst vier Tage in Oasis de Palmier.

Dann weiter nach MHamid. Perfekte Strasse, die N9 ist gut ausgebaut. Im Ort am Kreisel nach links über die Brücke und ich stehe vor dem Tor von Hamada du Draa (Seite 210) Das Tor ist einladend ich nehme den Platz! Ganz rechts auf dem Platz etwas erhöht stehe ich an der Mauer mit Strom. Einen Teppich (leider schon ziemlich desolat) bekomme ich erst auf Nachfrage am nächsten Tag. Tee zur Begrüßung gibt es nicht. Dafür hat der Platz freies WiFi. Sanitäranlagen – mein wichtigstes Kriterium – sind prima. Die Gartenanlage schreit zwar nach etwas Pflege aber ist ganz nett. Das Wasser im Pool macht keinen vertrauenserweckenden, eher grünen Eindruck. Das Restaurant erscheint mir gut. Esse am ersten Abend zusammen mit einem deutschen Paar aus Köln einen wirklich schönen Salat.

Erkundung des Ortes am nächsten Tag mit meinem E-Scooter bis zum Ende der Strasse. Von dort ist ein kurzer Schotterweg bis zum Platz La Boussole (Seite 212). Begrüßung durch den freundlichen Betreiber. Der Platz hat Charme. Auf einer Anhöhe gelegen mit tollem Ausblick. In der kleinen Bar trinke ich einen Tee. Die Sanitäranlagen sind rudimentär aber wohl ok. Hier würde man völlig frei und offen stehen, allerdings auch völlig ungeschützt.

Am Abend des zweiten Tages kommt Wind auf – ich verpacke vorsorglich alles. Bei einem Spaziergang über die Brücke kann ich rechts und links das Ortsende nicht mehr sehen. Mir ist das eindeutig zu viel Sand in der Luft, da bin ich ganz ehrlich. Deshalb fahre ich nach der zweiten Nacht zurück nach Zagora, Oasis de Palmier.

Fortsetzung folgt.

Liebe Grüße
Manuela Alena
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Re: Stationen auf dem Weg nach Merzouga - Teil 2

Beitragvon Manuela » Di 17. Mär 2020, 15:08

und weiter von Zagora hoch nach Marrakech:

Nach zwei weiteren Nächten – ich lasse dort meinen Wagen von einem ortsansässigen Künstler bemalen mit einem sehr schönen, farbigen Wüstenmotiv – fahre ich weiter Richtung Ait Ben Haddou. Auf der N9 zunächst nach Quarzazate mit Zwischenstopp in Agdz Kasbah Palmeraie.

Kasbah Palmeraie (Seite 194) Edith schreibt: „… in einem herrlich schattigen Palmenhain liegt diese Oase der Ruhe. In dieser schönen Umgebung mit der Alten Wehrburg ein paar Tage zu verbringen ist etwas ganz besonderes.“ Mag ja sein, aber auf die Toilette gehen oder gar Duschen sollte man dort nicht. Näheres darüber zu schreiben verbietet sich mir. Der Swimmingpool ist leer, das Restaurant geschlossen. Sonnenliegen gab es vielleicht einmal. Der Anlage fehlt nicht nur „leider ein wenig das Herz und die Sauberkeit“ sie ist einfach runtergekommen und übelst.

Die Kasbahführung allerdings für 30 DH ist ok, der englischsprechende junge Mann ist extrem nett. (ein ansonsten arbeitsloser Student mit abgeschlossenem Studium und Examen) Mit dem in der Kasbah seit 22 Jahren wohnenden Deutschen (Helmut oder Werner, leider habe ich den Namen vergessen) habe ich ein interessantes Gespräch über die Ausbildung junger Leute aus der ganzen Welt in traditionellem Handwerk, vor allem Lehmbau geführt. Er bietet Seminare mit einem durchdachten Konzept an und hat in der Kasbah einen Ausbildungsort für junge Leute geschaffen. Einige seiner Projekte hat er mir gezeigt und ich habe einen informativen Nachmittag in der Kasbah verbracht. Dafür hat sich der Stop in Agdz gelohnt, der Platz ist vergessenswürdig.

Nächster Halt Quarzazate. Nach dem lohnenswerten Besuch der Kasbah und dem Besuch des gegenüberliegenden Filmmuseums fahre ich zum örtlichen Camp Municipal (Seite 119). „Ein schön angelegter, ummauerter, gepflegter Platz mit Bäumen und gepflasterten Wegen“ von dessen Schönheit man allerdings vor lauter Wohnmobilen nichts erkennt. Total überfüllt. Die stehen so dicht, die müssen sich verabreden, wer denn gerade die Fenster aufmachen darf. Nee, das ist nichts für die Tochter meiner Eltern. Rückwärtsgang und nichts wie weg. Am Eingang stauen sich schon die nächsten ankommenden Wohnmobile.

Aus Quarzazate nichts wie raus Richtung Ait Ben Hauddou.

Kurz vor Ait Ben Hauddou auf der rechten Seite ein Platz, wie ich ihn liebe: Atlas View! (Seite 110) Und hier hat Edith nach meiner Meinung mal wieder vollkommen Recht: „In sehr schöner Lage noch vor dem alten Ksar liegt dieser große Platz bei der sehr netten Familie von Youssef, das Besondere ist hier wirklich der herzliche Empfang.“ Mit Tee! Mögen sich die Wohnmobile in Quarzazate stapeln – hier ist mein Platz! Mit viel Platz! Und toller Sicht über das Tal. Und nah zur Kasbah Ait Ben Haddou. Und mit selbstgebackenem Brot direkt aus dem Ofen. Und mit sauberer Dusche und Toilette! Ja, die Unterschiede bei den Plätzen in Marokko sind schon gewaltig!

Die wenigen Kilometer bis in den Ort fahre ich am nächsten Tag.

Hier erwartet mich ein Traumtag, den ich wohl kaum vergessen werde.

Ich halte mich fernab von den Touristenwegen und erkunde die Kasbah auf meine Art möglichst allein und ungestört. Auf der Terrasse einer Auberge genieße ich in Ruhe in einer kuscheligen Ecke einen Tee. Keine Touristen. Ich genieße die Kasbah. Ich bin Games of Throne Fan und kann mir gut vorstellen, wie hier Daenerys gelebt hat, nein, heute noch lebt! Immer dorthin laufen, wo die Touristen gerade nicht hingehen, das ist das Rezept.

Dann, nach fünf Stunden und brennenden Füßen, über die Brücke zurück und links in das kleine Restaurant. Salat, die übliche Üppigkeit, und Nudeln mit Tomatensoße. Danach mit dem Besitzer über Youtube zufällig die afrikanische Sängerin Sona Jobarteh gehört. Eine Entdeckung, die ich dem Mann zu verdanken habe. Über die angeschlossenen Lautsprecher ist die Musik ein Genuss und so passend für Ait Ben Haddou!

Nach der zweiten Nacht in Atlas View – ich hätte länger bleiben sollen – weiter Richtung Marrakech.

Ein Horrortrip!

Für die ca. 150 km habe ich mehr als sechs Stunden gebraucht. Baustellen über Baustellen! Die schmale Strasse von Ait Ben Haddou bis zur N9 ist gut zu fahren – aber dann geht’s los. Schotterwege, Schlaglöcher, Baustelle reiht sich an Baustelle. Und die Busse brettern zusammen mit den Taxen da durch, als gäbe es an jeder Ecke neue Querlenker und Stoßdämpfer. Nur vorbeiwinken und langsam fahren, das ist meine Devise. Meinen Wagen heil durch dieses Straßenmartyrium bringen, sonst ist alles egal.
Schließlich komme ich über die P2017 im Süden von Marrakech an und bleibe beim Ourika Camp. (Seite 99)

Ein schöner, gepflegter Platz mit super Sanitäranlagen (wenn man den Brausenkopf in die Hand nimmt und die Sonne scheint wegen warmem Wasser aus Solar ). Der Pool erscheint mir sauber, Liegen stehen bereit. Strom gut, sogar für Induktionsplatten und Wasserkocher ausreichend. Und vor allem, der Bus Linie 25 oder 251 fährt direkt vom Platz alle halbe Stunde bis zum Djemaa el Fna für 5 DH eine Strecke. Ist allerdings manchmal extrem voll. Die alten Mercedes Vans sind da fast schon besser, die fahren unregelmäßig aber häufiger auch für 5 DH und bieten meist Sitzplätze – jedenfalls bekomme ich als Frau oft einen angeboten von netten Marokkanern.

Abends fährt der letzte Bus gegen 2030 – man sollte aber früher zurück fahren. Oder eben mit dem Taxi.

So, nun genieße ich seit über einer Woche Marrakech inklusive einem tollen Hammam mit Massage für 250 DH, gutem und günstigem Essen für zumeist nur 55 DH mit frischem Orangensaft für 4 DH auf dem Djemaa el Fna. Zwei Tage Hop on Hop off Tour für 190 DH mit dem Touribus und ja, ich gestehe es, mit einer Kutschfahrt für 150 DH, wobei ich 200 gegeben habe. Zu meiner Ehrenrettung: Ich habe die Pferde genauestens begutachtet und eine Kutsche mit wirklich gepflegten Tieren ausgewählt.

Seit kurzem haben die Auswirkungen von Corona auch in Marokko zugeschlagen. Es gibt aktuell keine Fähren mehr von Tanger nach Algeciras. Lediglich über Ceuta soll es einige geben – doch wer will jetzt schon ins total abgeriegelte Spanien, Frankreich oder Deutschland?

Die Zeit hier in Marokko abzuwarten erscheint mir unter den momentanen Gegebenheiten nicht die schlechteste Option zu sein.

Dann werde ich wohl zu gegebener Zeit über die weitere Rückfahrt von Marrakech nach Tanger Med berichten. Insallah!

Liebe Grüße
Manuela Alena

zur Zeit Ourika Camp Marrakech
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Re: Stationen auf dem Weg nach Merzouga - Teil 2

Beitragvon ehd-pehoda » Mi 18. Mär 2020, 00:56

Hallo Manuela,

danke für den kurzweiligen Bericht, war interessant zu lesen. Einige Deiner Stationen haben wir auch besucht. Und auch im Ourika Camp gestanden. Unserer Meinung nach der beste aller Campingplätze um Marrakech.

Wir sind z. Zt. in Tafraoute, hier stehen geschätzt 150 Wohnmobile frei auf kommunalen Grund für 15 Dim am Tag. Wassertankwagen und Brotverkäufer kommen täglich. Bisher ist hier alles ruhig, bloß alle Restaurants und Bars haben geschlossen, Souk und Geschäfte haben auf.

In Sachen Coronavirus und möglicher Konsequenzen sind wir auch der Meinung erst einmal abzuwarten bis die Lage sich beruhigt hat. Wenn es stimmt, dass in Ceuta ca. 400 Womo's auf eine Fährpassage warten dann herrscht dort das totale Chaos. Wir beobachten die Lage weiter und informieren uns über möglichst viele Kanäle.

Dir noch eine gute Zeit, bleib gesund und komm gut nach Hause.
Habt allzeit schöne Reisen und stets eine Handbreit Luft in den Reifen.

Elmar
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Re: Stationen auf dem Weg nach Merzouga - Teil 2

Beitragvon Manuela » Fr 20. Mär 2020, 11:58

Hi Elmar!

Danke für das Posting!

Mich quält die Frage: Gehen oder bleiben?

Würde mich über Kontakt freuen: Maroc Telecom 0652319115 - über Whatsapp - ich habe wohl nur den Internet Tarif

Liebe Grüße
Manuela Alena
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