Fortsetzung...
Wir stehen erst um 8Uhr auf, Backen Naanbrot auf und Frühstücken ausgiebig. Ab 9Uhr brennt die Sonne schon heftig auf uns herunter und unternehmen noch mal ausgiebige Spaziergänge durch die Steinformationen, die Schatten bieten. Mittag fahren wir gen Osten noch 1 Stunde durchs Labyrinth, weitere 60km auf schlechter Piste auf einen Erg (Nörlich von Ghat, WSW von Al Awaynat) zu. Am Fuße angelangt lassen wir wieder die Luft aus den Reifen und fahren gegen die "Windschattenseite" rein. Ich bin immer noch am überlegen, wie ich in Maknusa das sch... Fahrwerk wieder hinbekomme. Fahren einige Spitzdünen an und versuchen einen Weg zu finden. Wir beschließen uns nicht durchzuquälen und fahren außen rum am Erg entlang auf die andere Seite - unseren eigentlichen Zielpunkt. Fast hätten wir während der Fahrt unseren Wassersack verloren - waren wohl etwas zu schnell Unterwegs

Auf Höhe des Gebirgseinschnittes, das auf die Strecke von Ghat nach Al Awaynat führt campieren wir in den Dünen und kochen "falsches" Couscous (mit REIS). Sitzen noch lange in der warmen Nacht und betrachten den einzigartigen Sternenhimmel. Sadik hat nun Handyempfang und telefoniert lange mit seiner Familie und seiner Behörde. Mit unserem Handy haben wir hier keinen Empfang. Aber über das Satelliten Telefon haben wir eine Nachricht erhalten, zwecks einem Treffpunkt im Erg Murzuk.
Am nächsten Tag, Top Wetter, noch zum Fotografieren, Reifen aufpumpen und per Piste durchs Gebirge, weiter auf der Teerstraße nach Al Awaynat - auch Serdeles genannt.
Tanken erst mal 67 Liter Diesel nach (10,5 LD), kaufen Wasser, Brot, Harissa, ...
Haben in den letzten Tagen 120 L Wasser verbraucht und sind seit Darj ~ 900km durch die verschiedensten Landschaften gefahren.
Bis nach Ubari (Maknusa) noch ~ 250km Teerstraße - wie Wellblech und Schlaglöcher. In Ubari klappern wir sämtliche Werkstätten ab, um mit deren Hilfe das Problem am Fahrwerk zu Beheben. Mit hydraulischem Fahrwerk kennt sich hier aber keiner aus. Patrik hat in der Zwischenzeit sein Fahrzeug inspiziert und festgestellt, dass er an der Vorderachse eine Schraube verloren hat! Ich bearbeite ihm noch eine, eigentlich unpassende Schraube, mit Kaltmetall, auf Maß zugefeilt und geschliffen. Patrik und Ich drehen die Achse wieder auf Position und montieren die Schraube - passt. Nach mehreren Versuchen in verschiedensten Werkstätten und einer Öl-Bohrfirma kauf ich mir in einem kleinen Laden passende Schmiernippel, eine Fettpresse und Fett, um am Fahrwerk jedes einzelne Reservoir zu füllen. Mittlerweile ist es halb sechs - Patrik kauft noch Motoröl, dann fahren wir weiter und sind um 19 Uhr am Campingplatz in Maknus bei Germa. Sadik teilt uns mit, dass er uns morgen verlässt - sein Nachfolger wartet schon im Cafe auf dem Campingplatz. Nach dem Aufbau gehen wir auch ins Cafe, bestellen Couscous und unterhalten uns mit Issa bis Mitternacht. Es spricht mehrere Sprachen - auch etwas Deutsch. die Nacht ist recht kühl und hier fressen uns die Moskitos.
Donnerstag, nach dem Frühstück ist Wäsche waschen und Reparatur der Autos angesagt.
Die gekauften Schmiernippel sind nicht dicht - also alles wieder zurückbauen

Dann an den Sensoren herumgeschraubt und ver- / eingestellt steht der Wagen wieder ~5 cm höher auf Normalmodus. Beratschlagen, ob wie heute noch in den Sand fahren oder nicht. Ich entscheide mich für Morgen - einen Tag ausspannen

Abends noch Diesel und Wasser getankt, damit es morgen gleich losgehen kann. Machen noch eine Wanderung durch die Oase.
Am nächsten Morgen bezahlen wir noch den CP (20 LD), kaufen Brot, lassen die Luft raus und los gehts zu den Mandaraseen. Patrik benötigt 2 Anläufe, um die Einstiegsdüne zu erklimmen. Auf dem Dünenplateau gehts mit 100 Sachen Richtung Mandara und erreichen den ausgetrockneten See um 10:45. 3km weiter liegt der Um el Ma (Mutter aller Seen) in idyllischer Palmenumrandung - ein TRAUM ! Es werden viele Fotos aus jeder Perspektive gemacht. Judith geht mit den Kindern baden. Durch die schnelle Verdunstung des Wassers ist hier die Wasseroberfläche kalt und tiefer warm. Durch den hohen Salzgehalt (etwa 7mal höher, als im Mittelmeer) ist recht einfach, im Wasser ruhig liegen zu bleiben. NAch einer Brotzeit gehts 24km weiter durch schöne Dünenlandschaft nach Gabroon (verlassener Ort) und zum See ein Stückchen weiter. Unterwegs hält Patrik auf einmal an und alle springen aus dem Auto - > Kabelbrand. Die Ursache ist schnell erkannt und behoben. Nach durchlüften des Fahrzeugs setzen wir uns wieder in Bewegung. Um 15:45 sind wir am Gabroon See - er liegt auch sehr schön eingewachsen mit Palmen gesäumt - hier gehts allerdings zu, wie am Münchner Stachus. Von Duneskiing über Quadvermietung zu Souvenierläden, alles zu haben. Entschließen uns nach Erkundung und kurzem Aufenthalt, direkt "luftlinie" zum Um el Ma zu fahren und kommen 45min später an einem klasse Übernachtungsplatz auf einer Dünenkuppe mit klasse Aussicht auf den See und die Umgebung, an. Nach Spaghetti mit Tomatensoße und Dosenfleisch sitzen wir noch lange bis in die Nacht, schwärmen vom erlebten und genießen den wolkenlosen Sternenhimmel. Patrik schläft am Tisch ein und schnarcht

Um 7 Uhr am nächsten Morgen schraubt Patrik schon an seiner Elektrik - es ist doch mehr Kaputt als angenommen. Der Kabelbaum für GPS, Kühlschrank, Beleuchtung,... Unser Wagen ist auch schon wieder "abgesackt" - egal, wühlen uns am späten Vormittag wieder durch den "schweren" Sand nach Germa. Durch die Engstellen und über einige Dünen ist es ein "ungutes" Gefühl, wegen plötzlichem Gegenverkehr (Samstag ist freier Tag bei den Libyern - und scheinbar fahr alle an die Seen)
Dieselverbrauch auf die Hundert gefahrenen km: Patrik mit seinem J8 ~ 30L, wir mit unseren J10 ~25L. Habe echt Bedenken. "Mit dem Fahrwerk durch den Murzuk"?
Fortsetzung folgt...