Einen wunderschönen guten Tag liebe Marokkofahrer,
wir sind am Samstag, den 17.12. 2011 kurz nach 7:00 Uhr vom Lidl Parkplatz in Algeciras gestartet, obwohl wir erst um 9:00 Uhr im Fährhafen sein mussten. Sigi95 wusste nicht mehr so genau, wo die Abfahrtspeer ist, dies war auch gut so.
Auf der Fahrt zum Hafen bekam ich plötzlich einen großen Schrecken, nach einer Unterführung geriet das vor mir fahrende Womo von Lisouk mit Anhänger in ein heftiges Schlingern und ich sah das Gespann schon an die Wand knallen. Es haben aber Gott sei Dank noch ca. 10 cm gefehlt und Lisouk konnte sein Womo wieder abfangen und stabilisieren. Sigi95 als erste hat dies gar nicht mitbekommen.
Wir suchten den Abfahrtsort und das war im großen Hafen von Algeciras bei Dunkelheit gar nicht so einfach. Wir hielten an und Polizei kam vorbei. Sigi95 sprach die Beamten dann an und diese waren dann bereit unseren Konvoi zur Abfahrsrampe zu eskortieren.
Ich habe nachher Fotos gemacht und dort könnt ihr sehen, wir mussten nach 2 Durchfahrtsverbotsschildern einmal für Busse und einmal für LKW rechts nach diesen Schildern abbiegen. Die Einscheckschalter der verschiedenen Fährgesellschaften waren hinter einer großen Mauer ziemlich versteckt. Danke an die spanischen Polizei und an Sigi95, die kommunikativ, wie sie nun einmal ist, die spanische Polizei für uns einspannen konnte, sonst wäre es noch schwieriger geworden. Wir sind auch an den Abbiegepunkt schon einmal vorbeigefahren.
Wir waren dann die ersten vor dem Schalter der unserer Fährgesellschaft Balearia anstanden. Dies war problemlos und wir bekamen dort die eigentlichen Tickets für die Hin- und Rückfahrt. Auf denen standen dann die eigentlichen Fährpreise und man kann ausrechnen, wie viel Provision Carlos bekommt.
Sigi95 hatte ein wenig Bammel vor dem Hochfahren auf die doch steile Auffahrtbühne der Fähre, dies hat sie aber mit Bravour gemeistert und war anschließend sehr erleichtert. Auf der Fähre bildete sich eine große Schlange an dem Informationsschalter und alle warteten auf den Beamten aus Marokko, der die Pässe kontrollierte und das weiße Einreiseformular entgegen nahm. Dieser stempelte dann auch die sogenannte wichtige Nummer in den Pass.
Nach ca. 1 Stunde erreichten wir dann den neuen Fährhafen Port Tanger Mediterrane abgekürzt Tanger Med.
Das Ausschiffen und die erste Kontrolle in Marokko durch die Hafenpolizei gingen schnell und problemlos.
Dann die eigentliche Kontrolle durch Zoll und Polizei vermittelte dann erste Eindrücke, wie die Beamten in der arabischen Welt in Marokko arbeiten.
Wild gestikulierten die Beamter wohin man fahren sollte, dann schrie ein Oberbeamten seine Untergebenen an und dann wurde weiter lamentiert und umorganisiert. Nach langer Wartezeit durften wir dann unsere grünen Zettel ab geben.
Dann lange Wartezeit wenig tat sich einige gingen dann zu den Wartehäusern und kamen dann nach weiterer Wartzeit dann durch. Auch wir Sigi95 und ich gingen dorthin und der Beamte fand nach langer Sucherei unsere grünen Zettel wieder. Bei mir sagte er dann Polizei und wies dann in eine Richtung. Ich ging dann dort hin und niemand wollte mir weiterhelfen und zeigte auf den nächsten ganz am Ende sollte dann die Polizei sein. Nach längerer Sucherei bin ich dann genervt zurück gegangen und Sigi95 war schon durch und kam mir entgegen. Sie ging dann zur dortigen Geldwechselstelle und tauschte Euros. 100 € ungefähr 1090 Dirhams.
Lisouk hat sich geärgert, dass er nicht sofort den Rollstuhl aus dem Hänger gepackt hatte, denn das erweckt immer Eindruck. So wurde sein Hänger dann kontrolliert und der Beamte nicht ganz verstand, dass er gehen konnte. Auf alle Fälle konnte er dann auch durchfahren.
Eine Frau war schon ganz verzweifelt angeblich sollte ein anderer mit ihren grünen Papieren schon weggefahren sein.
Ein solches Durcheinander ist für uns völlig unverständlich, aber wir müssen dies auch nicht verstehen, in diesen Ländern regt sich keiner wirklich auf, aber schreit wild um sich und Leute wie wir sind dann irgendwie beeindruckt. Hier beginnt eine andere Welt.
Bei mir war das dann mit der Polizei und dann nach langem Palaver ging einer Beamten mit mir mit und zu einem weiterem Häuschen und dann schaute er in seinen Computer und Pass, trug irgendetwas ein und ich konnte dann gehen und durfte weiterfahren.
Das war ein Akt und mein Versuch dies mit Fotos zu dokumentieren war eine Ungeheuerlichkeit und mir wurde klargemacht, dass Fotos streng verboten sind.
Eine letzte Kontrolle beim Verlassen des Hafens, wir wurden nur durch gewunken und wir konnten die leere gute Autobahn in Beschlag nehmen.
Wir sind alle mit ziemlich leerem Tank gefahren und nach ca. 10 km kam eine Autobahnraststätte, wo wir für 7,3 Dirhams / l tanken konnten und auch einen preiswerten Imbiss einnehmen konnten.
Die Autobahn sind wir dann zügig bis Larasch gefahren, wo wir dann auf dem dortigen Campingplatz am Nachmittag ankamen und dort eincheckten. Überall Schilder Geschwindigkeitskontrolle und tatsächlich wir sahen an mehreren Stellen Beamte mit Laserkameras.
Es hatte geregnet und der Platz war nass. Sigi95 wollte dann einen Stick für das Internet kaufen, da die Stadt 3-4 km lang war, besorgte uns ein Bekannter von Sigi95 ein Taxi.
Dies dauerte dann und wir standen dann nach geraumer Zeit selbst an der Straße, wo der Angestellte des Platzes dann irgendwann ein Taxi ein Petit Tax anhielt. Dies kostete in Euro dann für beide 1,60 €.
Ohne dieses Taxi hätten wir denn Laden für Telecom Marokk schwer oder auch gar nicht gefunden.
Wir kauften 2 Sticks mit SIM Karte und ließen und diese in einem andern Laden, zu dem wir geleitet wurden, installieren. Da konnte ich zum ersten Mal die Freundlichkeit und die Hilfsbereitschaft der Marokkaner erleben. Der Versuch auch mein neues Smartphone Galaxy Tab in Betrieb zu nehmen schlug fehl, obwohl sich mehrer in dem kleinen Laden bemühten.
Wir gaben dann auf und gingen dann ein wenig durch die dann schon dunklen Straßen. Wir beide hatten aber keine Angst und fühlten uns wohl. In einer Seitenstraße war dann ein größerer Basar und wir überlegten kurz und entschieden uns dann dagegen. Auf der Straße wurde natürlich auch Essen angeboten und wir schauten zu und entschlossen uns dann ein Brot aus einem Art Blätterteich zu kaufen, der mit einem Belag bestrichen wurde. Dies schmeckte gut und wir beide haben dies auch gut vertragen.
Der Rückweg dann wieder mit einem Petit Taxi und da noch jemand auf den Beifahrerseite saß, bekamen wir dann noch eine kostenlose Stadtrundfahrt, bevor uns der Fahrer sicher zum Campingplatz brachte.
Lb Grüße Sigi95, Lisouk und
Willi

