Marokko-Geländewagentour durch den wilden Osten




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Moderatoren: edith, Wolfi

Marokko-Geländewagentour durch den wilden Osten

Beitragvon edith » Di 31. Mai 2011, 05:28

MAROKKO April-2009 - Organisierte Wüstenreise von www.OVERCROSS.de aus Tübingen
Impressionen von Dipl.Ing. Matthias Sodeik (SE-Consulting) + OVERCROSS-Tourguide
(notiert während des Rückflugs nach Deutschland)

Marokko-Geländewagentour durch den wilden Osten zum Rand der Sahara

(dieser Bericht mit Bildern ist auch abrufbar unter:
www.SE-Consulting.de unter AKTUELLES oder SANFTER WÜSTEN TOURISMUS, ebenso ein Video)

Aus der Ruhe und Gelassenheit der Wüste zurück ins hektische Europa!
Der Kulturschock schlechthin ist die Rückreise über Madrid. Hektik, Anonymität und Lärm. Was für ein Gegensatz zu der Ruhe der Finca in Tabernas oder der Natur im ruhigen Ost- und Südmarokko!

Die diesjährige Tour war abwechslungsreich, abenteuerlich, ausgewogen und sehr harmonisch. Die Gruppe mit nur 2 Teilnehmern war sehr offen und interessiert an der Natur, den Menschen und der marokkanischen Kultur.

Das Treffen auf der Finca in Tabernas war eine kurze Erholung von der weiten und anstrengenden Anreise aus Deutschland. Der Start am Ostersonntag bescherte uns eine übervolle Fähre nach Melilla und leider keinen Platz in einer Schlafkabine. Das Meer war zudem stürmisch und Horst hatte mehrere Stunden mit der Seekrankheit zu kämpfen.

Über Melilla und dem hektischen Grenzübergang kamen wir aber schon nach wenigen Kilometern im fast menschen- und verkehrsleeren Ostmarokko an.
Ab hier nur noch Entspannung und Faszination. Der Generalstreik des Verkehrssektors macht sich allerdings bemerkbar. Wenig Treibstoff und noch weniger Lebensmittelvielfalt als sonst. Die Einheimischen leiden sehr! Wir sind jedoch auf einem niedrigen Niveau autark und genießen die schönen Pisten und vielfältigen Highlights die uns die Gegend bietet. Die Wüste blüht und ist super grün und bunt.

Wir tauchen ein in das Nomadenland, haben sogar Gelegenheit eine Familie in Ihrem Zelt zu besuchen, bekommen sehr kompetente und fundierte Erläuterungen von einem Deutschen, der nach Südostmarokko ausgewandert ist.
Ein weiteres Erlebnis ist der Besuch eines aktiven Zink- und Blei-Bergwerkes eines Bekannten von mir. Tief im durchlöcherten Bergwerk herrscht tiefe Dunkelheit und Ruhe, der Arbeitsalltag der dortigen Menschen wird fassbar!
Wir sehen auch die traditionellen Bewässerungssysteme und wie noch heute die Oasen funktionieren.

Fast nur auf Pisten fahren wir dem Süden entgegen. Die robusten Land Rover werden trotzdem sehr gefordert und die ein oder andere Havarie muss mit Improvisation gemeistert werden.
Ein Abenteuer der besonderen Art war der Besuch einer großen und tiefen Höhlenlandschaft mit sehr vielen Fledermäusen.

Oasen die zum Verweilen und Baden einladen und dann die endlosen Stein- und Sandwüstenpassagen. Diesmal blühte die Wüste in vielen Farben. Eine neue und sehr wenig befahrene Piste führte uns aus Versehen in militärisches Sperrgebiet. Noch vor Sonnenuntergang, sehr kurz vor den algerischen Grenzposten, stoppte uns ein sehr freundlicher marokkanischer Soldat in seinem offenen Pickup und eskortierte uns erst in sein Militärcamp und dann zurück. Wir waren die ersten Touristen in diesem Niemandsland auf dem Hochplateau „Hamada du Guir“. Es war faszinierend schön und eine andere Erfahrung…

Die Piste führte uns danach immer sehr nahe der algerischen Grenze nach Süden den großen Sanddünen entgegen. Ständig wechselnde Landschaften und Pisten zeigten uns die Vielfalt der Wüste. Jede Nacht ein 1000-Sterne-Hotel und absolute Ruhe (außer manchmal heftige Winde).
Sich der touristischen großen Sanddüne des Erg Chebbi von Algerien her zu nähern, ist eine schöne Erfahrung. Außer wenigen Nomadenlagern gibt es nur die Natur. Der weiche feine Sand und das Naturschauspiel mit den ständig wechselnden Farben – eine Bilderbuchwüste. Wir sind in der Sahara angekommen!
Fahrtechnisch wurde Einiges von uns und den Autos abverlangt. Wir hatten schwierige und gefährliche Momente, wo die Autos im superweichen Sand fast umgekippt sind, zu meistern. Trotz aller Schönheit sind die Gefahren der Wüste allgegenwärtig.

Nach der Überquerung oder Umrundung des Ergs kommt der krasse Gegensatz, der Massentourismus an der Westseite des größten Sandhaufens Marokkos bei Merzouga. Hunderte von Hotels und Auberges, viel mehr bettelnde Kinder und ungewohnter und eigentlich unpassender Luxus (Swimming Pools in der Sahara…).

Von der Sandwüste ging es dann über die alte Piste in die Gegend von Erfoud in eine Landschaft wo die Zeitgeschichte von 400 Millionen Jahren an der Erdoberfläche sichtbar ist. Fossilien aus einem Urmeer liegen dort offen sichtbar und zugänglich an der Oberfläche im Boden.
Freunde und Bekannte führten uns dann noch weiter in sonst unzugängliche Werkstätten und Steinbrüche, wo mit Fossilien durchsetztes Gestein abgebaut und verarbeitet wird.
Eine andere Art von Kunsthandwerk und Archäologie die schöne Produkte hervorbringt und sinnvolle, lokale Arbeitsplätze schafft.

Sonne und Wind ohne Ende eröffnen viele weitere Möglichkeiten um mit erneuerbaren Energien die Menschen zu unterstützen.

Die noch sehr ursprünglichen Märkte und Souks von Erfoud und Rissani zeigen lebendig die marokkanische Marktkultur und die Vielfältigkeit der Produkte des Landes. Handeln ist dringend erfordert!

Weiter ging es in andere Landschaften, zurück über teils unbekannte Pisten im Hohen Atlas, durch viele Schluchten und Täler.
Ein Nachlager auf 2700m Höhe ist eine spezielle Erfahrung, zumal wenn beim Frühstück Berberkinder und Jugendliche Gesellschaft leisten. Neugierig näherten sie sich uns, nebenbei immer wieder auf der Suche nach den Wurzelpflanzen (ihre eigentliche Aufgabe). An den Kleidern schon und auch an der Begehrlichkeit nach einfachen Gütern, wie leere Wasserflaschen, lässt sich der Unterschied zur europäischen (Über-) Konsumgesellschaft feststellen.

Die Sensibilität zur Natur, das Verhältnis zum Umgang mit Müll und natürlichen Ressourcen, wie Bäume und Wasser, ist leider diesen trotzdem noch nahe und mit der Natur lebenden Menschen etwas verloren gegangen. Wir sind ab und zu in Nebenstrassen der Dörfer und Städte zu den Einheimischen Bewohnern eingeladen worden und mussten dann durch Müllhalden fahren die teils brannten oder in den nahen Fluss geweht werden, wo täglich die Wäsche gewaschen wird und vielleicht auch Wasser abgeschöpft wird.
Leider ist diese Misere auch Mitschuld von vielen Touristen, die sich unangepasst aufführen. Wir haben Kolonnen von Geländeautos erlebt, die durch die Felder der Bergbauern gefahren sind. Wir haben Müll in der Wüste gefunden, der sicher nicht von Einheimischen stammte.

Unser Ziel ist es stets wenig oder keine Spuren zu hinterlassen!
Spatengang und Müllsammlung bis zu unserer Rückkehr nach Spanien gehört genauso dazu wie der sparsame Umgang mit Wasser. Auf dieser Tour haben wir mit drei Personen (keine Frau…) nur zwei kleine Mülltüten mit Mischmüll und eine Tüte mit leeren Getränkebehältern mit zurückgebracht. Der Wasserverbrauch lag bei 105 Litern, wobei hiermit nicht geduscht wurde!

Die Bergpisten durch den Hohen Atlas bis zum Cirque de Jaffar waren teils sehr anspruchsvoll, viele Wasserdurchquerungen und harte enge Pisten. Der Winter hatte manche Stellen stark beschädigt. Das Motto von OVOERCROSS „hier ist das Abenteuer“, war also öfters unser Alltag.

Ab Midelt ging es dann mit meist normalen Straßen aber mit teilweise gefährlichem Verkehr über 500km nach Norden an die Meerenge von Gibraltar. Mit der Schnellfähre nach Europa in die sogenannte 1. Welt. Das Chaos und die Festung an der Grenze nach Europa geben einem dann jeweils zu denken.
Die weiteren über 400 km Küstenstrasse in Spanien bis Tabernas waren dann fahrtechnisch eher entspannend aber langwierig.

Fazit ist, eine rundherum sehr interessante und ausgewogene Tour mit interessierten und sensiblen Teilnehmern (positiv gemeint). Eine Empfehlung für weitere Abenteuer im schönen und exotischen Marokko.

Mit sonnigen Grüßen und hoffentlich vielen, schönen gemeinsamen Reisen verbleiben wir

Matthias +Silla
www.SE-Consulting.eu und www.overcross.de

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MAROKKO Oktober-2010 - Organisierte Wüstenreise von www.OVERCROSS.de aus Tübingen
Impressionen von Dipl.Ing. Matthias Sodeik (SE-Consulting) + OVERCROSS-Tourguide

Marokko-Geländewagentour durch den wilden Osten zum Rand der Sahara

(dieser Bericht mit Bildern ist auch abrufbar unter:
www.SE-Consulting.de unter AKTUELLES oder SANFTER WÜSTEN TOURISMUS, ebenso ein Video)

Wir entfliehen dem kalten und nebeligen Vorwinter aus Deutschland in die Exotik und Ruhe der Wüste Nordafrikas. Die Anreise für mich mit Klaus als Begleiter ist etwas langwieriger über die fast 2000 km französische und spanische Autobahn. Unser Expeditions-Defender wirkt hier noch ein wenig deplaziert…

Glücklich im andalusischen Sommerklima angekommen, bereiten wir unsere Finca und die beiden Tourautos für das OVERCROSS-Abenteuer vor. Wir genießen die Sonne und das südländische Klima und das spanische Essen.
Samstagnacht kommen die beiden anderen Teilnehmer Dagmar und Alex mit dem Flieger in Almeria an. Der erste gemeinsame Abend auf der Dachterrasse bei Sternenhimmel im „Wüstenfeeling“ der Finca wird noch lang.

Der Sonntag wird voll für die Vorbereitung der Reise genutzt. Autos laden, eine Gelände-Fahreinweisung und ein elegantes Abschiedsessen bei „Oro del Desierto“ („das Gold der Wüste“).
Dann geht es los, mit der Nachtfähre und bequem in einer Kabine nach Afrika.

An jedem Tag erwartet uns mindestens ein Highlight oder Abenteuer. Auf der Fähre mit uns sind uns die Helden der Paris-Dakar-Rally (www.heroeslegend.com ) begegnet, die das Rennen wiederholen. Aber nur Richtung Senegal durchzuheizen ist nicht unser Stil. Wir genießen das Land, die Natur und den intensiven Kontakt zu meinen marokkanischen Freunden und den Menschen denen wir begegnen.

Nach der Hafenstadt Nador queren wir die große östliche Ebene des Rekkam-Plateau auf selten befahrenen Pisten. Unser Mittagessen fällt leider aus, da das einzige Restaurant auf der Strecke zu hat. Stattdessen müssen wir dort den Zusammenbruch einer morschen Brücke meistern. Nur die Seilwinde half uns hier recht schnell wieder heraus!

Die erste Wüstennacht zelebrieren wir mit einem tollen Essen aus der Feldküche von Klaus am Lagerfeuer. Wir sind in der marokkanischen Wildnis angekommen. Der nächste Tag führt uns durch wilde Landschaften zur Olivenfarm meines Bekannten Thomas bei Beni Tadjite. Im Land der Berber Nomaden erleben wir auch das einfache Tagesgeschehen der Menschen, ihre Wasserversorgung, Ihre Häuser, Zelte und auch die Friedhöfe. Das Bergwerk von Youssef ist auch immer wieder ein tolles Erlebnis. Danach gibt es ein erstes typisch marokkanisches Tagine-Essen. Die Weiterfahrt in den Süden über die schöne Bergpiste des Bel Kassem und der ersten Oase am Rande der Sahara fordert Fahrer und Autos zum ersten Mal richtig. Lagerfeuer und Vollmondromantik in der endlosen Stille und Weite der Wüste lässt spätestens jetzt jeden richtig auf dieser OVERCROSS -Tour richtig ankommen.
Alle Teilnehmer sind schnell zu einem guten Team geworden, erstmals in Afrika zu sein ist nicht einfach und die besonderen Tücken und Entbehrungen der Wüste müssen auch erst erlernt werden!

Die Tagesetappen werden immer kürzer, die Erlebnisse immer intensiver. Ein weiteres Berghöhlen-Abenteuer führt uns tief in eine vom Wasser geformte Fledermaushöhle. Heiß, stickig und dunkel natürlich, aber die Bilder und Filmaufnahmen zeigen uns auch hier noch die faszinierende Unterwelt. Danach ein schönes Flussbad und wir fahren in die erste Stadt nach Er Rachidia wo Thomas mit seiner Frau wohnt. Er betreut dort auch schwer erziehbare Jugendliche aus Deutschland.

Welch ein Kontrast, quirliges Leben in den Straßen und im Souk, dem typisch orientalischen Markt.
Am nächsten Morgen beim Frühstück am Rand der Stadt werden wir von immer mehr neugierigen Kindern umringt und verlieren zum Schluss auch den Überblick. Diese werden immer dreister und wir werden leider erst hinterher feststellen, dass sie meine Fotokamera aus dem Auto gestohlen haben. Obwohl Thomas als quasi Einheimischer dabei war, hatten diese Kinder keinen Respekt…

In Meski waren wir bei Abdul, einem alten Bekannten, zum Essen eingeladen, wo wir erstmals in ein normales marokkanisches Familien-Wohnhaus kamen. Die Exotik und die lokale muslimische Kultur wurden erlebbar. Es gab eine bunte Tagine, gegessen wurde wie üblich mit den Händen.

Nach dem Essen kehrten wir wegen der gestohlenen Kamera zurück an unseren Übernachtungsplatz in der Stadt. Wir hatten die Hoffnung, die Kinderhorde wieder zu treffen und tatsächlich noch schneller als am Morgen waren wir umringt.
Wir bewachten eigentlich unsere Autos, wurden aber bei der psychologisch durchgeführten Rückholaktion der Kamera erneut bestohlen!...
Die Kamera tauchte nach etwa einer Stunde plötzlich wieder auf nachdem wir mit der Variante „Polizei“ und einigen eindeutigen Fotos vom Morgen, Druck ausgeübt hatten.
Zuerst fehlte noch der Speicherchip, der dann aber auch bald auftauchte – leider waren alle Fotos bereits gelöscht. Da es nun bald dunkel wurde, wollten wir möglichst schnell aus der Stadt raus.
Beim Versuch unsere zwei drei Helfer mit ein paar Getränken zu belohnen, wurden wir fast überrannt und der Landy geentert. Dabei verschwanden einige Büchsen mehr als gewollt…

In Meski erholten wir uns dann am Abend auf dem schönen Oasen-Camingplatz. Abduhl ist auch wieder bei uns und führt geschickt seine Verkaufsverhandlungen und genießt unser Bier.
Als wir das Lagerfeuer anmachen wollten, bemerkten wir den Verlust unserer Axt und der Holzsäge.
Er Rachidia hinterlässt einen etwas faden Beigeschmack, obwohl wir dort mit Thomas einen tollen Führer hatten, der uns ein schönes Restaurant empfahl, die Altstadt zeigte und uns zu einem einheimischen Maler führte.
Meski ist schon früher das Tor für Wüstenfahrer gewesen, so auch nun für uns. Nach einem Spaziergang durch die Oase und dem alten Ksar starteten wir Richtung algerische Grenze, nach Boudnib und dann in den Süden auf der unbekannten und schwierig zu findenden Ostpiste.
Meine „Saharapiste“ führt uns dann in den folgenden drei Tagen durch fast alle typischen Landschaften der „großen SAHARA“. Marokko bietet somit einen faszinierenden Einblick in die größte Wüste der Welt. Riesige platte Hochebenen, zerklüftete Gebirge, schwarze Steinwüsten und natürlich auch Sand und Dünen – wir sind fast immer allein!

Das Wetter und die Himmelsformationen sind anfangs noch wild, stürmisch und einen Abend hatten wir sogar richtig starken Regen. Je näher wir dem Erg Chebbi kommen, umso blauer und brillanter wird der Himmel. Wir erleben die Wüste intensiv, unsere Lagerplätze lassen uns immer in ausgedehnten Wanderungen die Landschaften in uns aufnehmen.
In Oasen oder im Sand zu Übernachten hat etwas besonders und Vorteile bei der täglichen Hygiene!

An den hohen Dünen erfahren und durchpflügen wir sandige Pisten. Anfangs noch mit viel Schaufelei aber es geht dann immer leichträdriger durch das „Meer ohne Wasser“. Wir erleben phantastische Photomotive bei tief stehender Sonne, den Besuch des temporären Ziz-Sees, der aber gerade jetzt nicht da war und als krassen Gegensatz zu unseren Routen, die Hotelburgen von Merzouga.
Diese passieren wir aber recht zügig um dem nächsten Highlight in Erfoud entgegenzufahren.

Um Erfoud herum ist das Zentrum der Fossilien, die hier aus großen Stein- und Felsblöcken in Handarbeit veredelt werden. Meine beiden Freunde dort zeigen uns nicht nur Ihre Produkte, sondern auch die Werkstätten und Steinbrüche. Spätestens dann wird klar welche Schufterei und harte Arbeit dies ist. Ob Schmuck, Schalen und andere Küchenutensilien oder gar Tische und Waschbecken, alles aus mindestens 350 Millionen Jahre alten Sedimentgesteinen.
Wir fahren auch nach Rissani, der ältesten Königsstadt in Marokko, die aber erfreulich überschaubar ist. Die alten Markthallen bieten alles was man irgendwie braucht und vielleicht auch nicht braucht. Die Menschen sind freundlich und nicht aufdringlich, inzwischen kennen mich auch dort einige Bekannte, so dass wir immer herzlich empfangen werden. Ein Tee hier und dort – soviel können wir oft gar nicht annehmen!
Es macht Spaß mit den Händlern zu feilschen und irgendwie hat man dann doch immer etwas gekauft, wenn es zurück zu den Autos geht.

Wir sind an den südlichsten Punkten unserer Reise angekommen und fahren dann langsam wieder Richtung Mittelmeer. Es erwarten uns aber vorher noch gewaltig schöne Gebirgsmassive. Zuerst queren wir das Jbel Sarhro-Gebirge, eigentlich noch in der Sahara, aber es geht schon auf über 2000m auf winzig kleinen Bergpisten. Von oben schauen wir nach Süden in die weiten Ebenen der Sahara und im Norden sind die schneebedeckten Gipfel des hohen Atlas zu erkennen.
Der Regen der letzten Wochen hat einige Stellen der Pisten stark beschädigt, was aber für uns kein richtiges Problem darstellt.

Danach geht es die nächsten zwei Tage in die atemberaubend schöne Dadesschlucht und hinauf über den hohen Atlas. Zum Schluss klettern wir auf einem schmalen Fahrweg auf über 2900 Meter. Kurz vorm Pass gibt es dann dummerweise Gegenverkehr – wir müssen etwa einen Kilometer rückwärts kriechen, um den drängelnden Spanier vorbeilassen zu können. Dies war brenzlig! Kurz danach werden wir mit einem tollen Mittagessen auf einer einsamen Berghütte belohnt.
Um nicht in diesen Höhen eine eisige Nacht verbringen zu müssen, fahren wir noch bis in die Dämmerung und um einiges hinunter Richtung mittlerer Atlas.
Dort campten wir an einem Fluss und wurden von Berbern mit Lebensmitteln versorgt. Sie wollten uns sogar zum Schlafen in ihre Hütte einladen, da wir anscheinend hilfsbedürftig aussahen und im Freien übernachten müssen – welch ein Spiegelbild, da die Berber dort auf über 1800m in ihren kleinen einfachen Hütten sicher kein einfaches Leben haben. Der Winter ist dort auch hart und lang und die nächste Stadt noch weit entfernt.

Am nächsten Morgen verließen wir dann die wilden Bergregionen, die Straße war wieder geteert und der Verkehr nahm deutlich zu. Wir sind im fast europäischen Teil Marokkos angekommen und mussten durch.
Dieser Fahrtag war ein Abenteuer auf der Straße. Dies ist weit gefährlicher als eine Wüstendurchquerung, erst recht wenn wir mitten im Feierabendverkehr durch die Großstadt Fes durch müssen! Glücklich und erschöpft fanden wir eine Übernachtungsstelle mit fließend Wasser zum Duschen – ein kommunaler Dorfbrunnen außerhalb eines Ortes.
Unsere letzte Campnacht auf afrikanischem Boden. Die Reiseverarbeitung beginnt, da wir am nächsten Tag nur noch die Strecke zum Hafen schaffen mussten.
Der Abschied wurde uns erleichtert, da das Wetter wieder wild wurde. Eine der wenigen Tankstellen konnte uns kein Diesel verkaufen, weil der Strom ausgefallen war so zitterten wir uns mit den letzten Tropfen nach Nador. Wir gönnten uns weil wir viel Zeit bis zum Abend hatten, ein Abschiedsessen und noch eine Stadtrundfahrt.

Die Erwartung für die Nacht auf der Fähre war etwas mulmig, da der Sturm immer stärker wurde, das 120 Meter lange Schiff legte sich dann auch schon mächtig in die bis über 10m hohen Wellen.
Alle kamen aber gesund (außer vielleicht mit dem Wüstenvirus infiziert) und einigermaßen ausgeschlafen in Almeria und auf dem europäischen Kontinent wieder an.
Auch diesmal haben wir versucht sehr sorgsam mit Wasser, mit Brennholz und dem Müll zu wirtschaften, den wir größtenteils wieder mit nach Spanien zur getrennten Entsorgung mit genommen haben.

Auf der Finca bei Tabernas schließt sich der Kreis dieser Abenteuerreise und wir nehmen alle sehr vielfältige Eindrücke und Erlebnisse mit. Hier haben wir als Abschluss noch prompt einen platten Reifen. Dieser platzt uns dann nochmals auf der Heimfahrt nach Deutschland und ebenso erst in Frankreich brechen die Landy-Steckachsen hinten. Die Wüste fordert ihren Tribut und Respekt!

Eine sehr kleine aber angenehme Teilnehmergruppe hat hoffentlich nachhaltige Erfahrung mitgenommen – die arabische Weisheit gilt eigentlich immer:
„wer in die Wüste geht kommt nie genauso zurück, wie er vorher hineingegangen ist“
Eine Empfehlung für weitere Abenteuer im schönen und exotischen Marokko.


Mit sonnigen Grüßen und hoffentlich vielen, schönen weiteren gemeinsamen Reisen verbleiben wir

Matthias +Silla
www.SE-Consulting.eu und www.overcross.de
Allzeit gute Reise
Edith
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