Gestern kamen wir auf unserem Weg von der Todraschlucht nach Goulmima durch Tinejdad. Dort ist der Ksar El Khorbat, der in Ediths Buch beschrieben ist.
Das Hinweisschild war am westlichen Ortsausgang und wir fuhren die beschriebene Piste entlang. Die wurde allerdings so schlecht, dass wir umkehren mussten. Zurück auf der N 10 sahen nach etwa zwei Kilometern ein Straßenschild Richtung El Khorbat. Eine Teerstraße führte durch die Palmengärten zum Haupteingang des Ksars. Hier stand ein Wegweiser nach rechts zum Restaurant und zum Parkplatz. Diesen schmalen Weg entlang der Ksarmauer kann man aber weder mit dem Auto und schon gar nicht mit dem WoMo befahren.
Wir haben dann geparkt und sind zu Fuß durch das Hauptportal neben der Moschee in den Ksar. Kapuzenmänner lagerten im Eingangsbereich und haben uns freundlich begrüßt. Gleich dahinter kamen wir auf den rechteckigen Festplatz, um geben von mehrstöckigen Häusern mit vergitterten Fenstern. Geradeaus führte ein Weg, für den haben wir uns entschieden.
Die Gassen im Ksar sind geometrisch angeordnet, an jeder Kreuzung sieht man in alle Richtungen. Es ist sehr aufgeräumt, Ruinen sieht man nicht.
Bewohner gehen ihrer Beschäftigung nach: Wasser holen in Kanistern an
Brunnen außerhalb der Ksarmauer, Weg fegen, Bauarbeiten oder ein Schwätzchen machen. Alle guckten neugierig und haben uns gegrüßt. Ein lebhafter, angenehmer Ort!
Der Ksar hat die Form eines Rechtecks. Restaurant, Hotel, Museum und Frauen-Cooperative befinden sich nahe beim nördlichen Eckturm.
Als erstes suchten wir das Restaurant auf. Es liegt neben der Ksarmauer im Palmengarten. Wir waren angenehm überrascht. Die hübsch gedeckten Tische im Garten hatten wir für uns alleine. In der Ferne sah man durch die Palmen den schneebedeckten Hohen Atlas. Man konnte zwischen verschiedenen Menus und kleinen Gerichten wählen. Das Essen war sehr gut und preislich moderat.
Danach besuchten wir das Museum. Es ist im Ksar. Der Eintritt war 20 Dirham. Jeder der vielen Räume behandelt ein anderes Thema. Dieses wird in vielen Sprachen, auch in deutsch, an der Wand erläutert. Die interessanten Ausstellungsstücke sind in französisch, englisch und spanisch beschrieben. Zu vielen Themen gibt es Landkarten und Zeittafeln. Ein Rundgang leitet durch die Räume nach oben auf die Dachterrasse, von der man einen grandiosen Ausblick hat.
Dieses Museum sollte man nicht versäumen! Auch ohne Führer findet man sich gut zurecht, dank der Erläuterungen.
Die Frauen-Cooperative ist in diesem Gang nur ein paar Schritte weiter. Handarbeiten aller Art werden angeboten. Das kennt man. Neu waren für mich mit Wasserfarben gemalte Motive auf Karten, Dromedare, Kasbahs, Palmen, usw. Das habe ich so noch nicht gesehen.
Im nächsten Ksardurchgang ist der Eingang zum Hotel. Durch eine offene Tür konnte ich einen Blick hinein werfen. Leider war niemand da, ich wäre gern hineingegangen. Die Einrichtung, die ich gesehen habe, war sehr schön. Neben der Tür stand ein Regal mit Hauspantoffeln in allen Größen, vermutlich gedacht für die Hotelbewohner.
Den Stellplatz für WoMos haben wir nicht gesehen, wir kamen ja von der gegenüberliegenden Seite zum Ksar. Die Zufahrt dazu und zum Hotel geht wohl über die von uns verschmähte Piste.
El Khorbat war für uns ein unerwartetes Highlight.
Sylvia

