Meine Liebe gilt Nordafrika und der Sahara und ich habe daher auch schon - fast - alle nordafrikanischen Länder besucht. Mit einer Ausnahme: Libyen. Als ich mit der Sahara anfing, war es durchaus noch möglich, nach Libyen zu fahren. Damals brauchte man noch nicht einmal eine einheimische Agentur, sondern konnte ein Visum für eine unabhängige Reise erhalten. Dann wurden aber die Besucherbedingungen immer mehr erschwert, so dass kaum noch eine unabhängige Libyen-Reise möglich war.
Trotzdem wollte ich schon damals nicht nach Libyen reisen, so sehr es mich auch interessiert hätte. Ich hatte in einer DDR-Buchhandlung das grüne Buch Gaddafis gefunden und ganz gelesen, und das hat mich doch abgeschreckt. Dort stand ganz klar, dass eine Frau nicht ohne Begleitung ihres Vaters oder Ehemannes verreisen darf und keinerlei Rechte hat. Kaum zu glauben diese Aussage heute, wenn man sieht, dass Gaddafi eine eigene Armee nur aus Frauen besass. Allerdings - Rechte haben diese Frauen auch nicht.
Auch die Libyer, die ich in Tunesien traf, haben mich nicht unbedingt angesprochen. Sie kamen vor allem, um zu saufen, ähnlich wie die Saudier, die ich in Ägypten sah. Da ich am liebsten alleine reise hätte ich mich dort nicht sicher gefühlt.
Aber nun klebe ich vor den Nachrichtensendern. Nicht den deutschen natürlich. Dort zeigt man alte Geschichten über Hitler, statt sich mit der spannenden Geschichte der heutigen Tage zu befassen. Ich schaue fast nur noch CNN, Euronews und Sky, manchmal auch El Jazeera, weil nur dort ausführlich über Libyen berichtet wird. Und was man dort sieht lässt mich hoffen. Ich bin im Geiste ganz sehr mit diesem Volk verbunden und wünsche ihm alles Gute. Auf dass sie es schaffen, Gaddafi zu vertreiben, das Land zu einen und eine Demokratie zu schaffen. Hoffnung gab mir der Bericht eben, der den alten Gaddafi-TV-Sender zeigte, dessen Journalisten endlich frei atmen und offen reden können.
Und vielleicht, eines Tages, wird es auch für mich möglich sein, dieses Land zu besuchen. Es wäre so schön.
Was meint ihr?


