Ist zwar nicht Marokko, aber dennoch hier ein kleiner Bericht. Wer bisher meinte, mich beneiden zu müssen wird nun sicher anders denken

Gruss aus dem sonnigen Florida,
Um Mitternacht am Donnerstag kam ich an und freute mich auf die Sonne, die Wärme und den Strand. Am Freitag wurde ich jedoch von einem Regenguss geweckt, der auf mein Metalldach so laut prasselte, das ich nicht mehr schlafen konnte. Wenn am Freitag dann hin und wieder die Wolken auflockerten und man einigermaßen einkaufen konnte so war es damit am Samstag zu Ende. Es schüttete ununterbrochen, Unmengen von Wassermassen kamen herunter und verwunderlich war nur, dass mein Teich hinter dem Haus nicht über das Ufer trat. In anderen Städten war man nicht so glücklich, viele Bereiche waren überflutet, es gab viele Unfälle, ein Wagen steckte mit der Nase in einem Wasserloch, das man von der überfluteten Straße nicht sehen konnte. In der Nacht hörte ich ein klägliches Miauen, vermutlich die Katze der Nachbarin. Ich versuchte, trotz Jetlag, Miauen und dem prasselnden Regen irgendwie zu schlafen. Als ich am Morgen in meinen Floridaroom ging sprang eine Katze vom Sessel, die dort geschlafen hatte. Aha, daher das Miauen. Aber wie die Nachbar-Katze in den verschlossenen Raum kam, weiß ich bis heute nicht.
Am Sonntagnachmittag, der Regen hatte immer noch nicht aufgehört, kam als besonderes Bonbon der Sturm hinzu. Alle Nachrichten sprachen davon, dass dies ein tropischer Sturm sei, der aber doch keinen Namen erhalten hatte. Viele Haushalte sind ohne Strom, weil irgendwelche umgestürzten Bäume die oberirdischen Stromleitungen herabrissen.
Vier Uhr am Montagmorgen weckt mich der Jetlag auf. Der Sturm hat aufgehört, der Regen noch nicht ganz. Und nun muss man langsam anfangen, draußen aufzuräumen. Der Sturm hat Äste heruntergehauen und durch die Straßen geweht, nun haben Leute Palmwedel im Garten, die gar keine Palme haben. Und schauen, was sonst vielleicht noch kaputt ist. Um 6 Uhr kommt die Nachbarin von gegenüber im Nachthemd und mit Taschenlampe nach draußen, sie hat keinen Strom. Ich Glückliche, auf meiner Seite brennen die Lichter, aber die andere Seite ist schwarz. Als um 7 Uhr langsam die Sonne aufgeht sehe ich, dass der Sturm einem anderen Nachbarn ein kleines Vordach weggeweht hat. Aber alles in allem haben wir noch großes Glück gehabt. Erst mal gemütglich frühstücken, Kaffeemaschine an, Toaster, Eierkocher, alles geht.
Aber nur bis 9 Uhr, dann gehen auch auf unserer Seite die Lichter aus. Nun gibt’s garnichts mehr. Kein Strom, kein Kaffee, keine Klimaanlage, keine Kettensäge, mit der ich gerade die Palmwedel schneiden wollte. Ich erzählte meinem Nachbarn Gene, dass ich heute, 10.10. 45 Jahre beim Statistischen Bundesamt bin. Das wollte er mit mir feiern, ist so etwas doch in USA fast nicht möglich, und er lud mich zum Lunch ein. Das war das beste in dieser stromlosen Zeit. Auf der Fahrt shahen wir, dass nur unser kleines Quartier betroffen war. Das müsste man doch bis nach dem Essen hinkriegen, aber leider ..
Also fahre ich zur Bücherei, um wenigstens dort meine Emails zu checken, solange mein Netbook noch etwas Saft hat.